Steingrün

Der Bus, der 34er, fährt um 8.55 Uhr. Das Wetter diesig. Es nieselt. Später wird sich der Dunst auflösen, die Sonne herauskommen, und das, und die Bewegung auf schmalem Pfad entlang der Steilküste, wird den Wanderer um halb neun abends aufs Bett werfen, bis nachts um eins. Im Fenster dann ein grauschwarzes Bild, mit Lichtern löchrig überhängt: Schummer, unstetes Blinken; Starrlicht; großflächig gelblicher Schein als schwebender Deckel obendrauf.

Am Kopfende des Bettes eine Graphik, deren Titel in ungarischer Sprache guten Schlaf bzw. schöne Träume wünscht.

Die Hitzewarnung gilt nicht für Finistère, heiß ist es trotzdem. Die Jeans viel zu dick, nützlich aber bei dem Hundert-Meter-Irrweg durch zähes, kratziges Ufergebüsch. Google Maps.

Leute, alle mit Bonjour grüßend und begrüßt, überschaubar an Zahl.

Zerstörerische Ausmaße scheint der Tourismus in der Bretagne nicht angenommen zu haben, außer, dass jedes Sträßchen asphaltiert ist. Barcelona, Venedig, das sind Orte, die dreihundert Jahre Ruhe brauchen. Brest und Umgebung aber darf man ein bisschen stören, ohne dass es schadet.

PS. Mit diesem Eintrag endet das kleine Frankreich-Reise-Bordbuch. Freitag morgen geht es über Paris (alles geht hier über Paris) zurück nach Berlin-Brandenburg – auch schön.