OT

Gestern, nach Tief Axels großer Regenschütte, überall zermürbte Kiefernzapfen und abgepeitschte Zweige, mit Sand, zerfallenen Blüten vermischt. Dann, kurz vorm Haus das ins Halblicht gebuckelte Schwarz in Mitte der Straße: ich machte einen Bogen darum, ohne zu erkennen, was genau es war, eine Pfütze oder eine Katze. Morgens tropften schon wieder Spatzen aufs Trottoir und suchten sich ihrs.

Ansonsten bereite ich mich darauf vor, den Schluss der Jahrestage zu lesen, die Seiten 1391 bis 1891. Neulich hatte ich mir schon die Neufassung des TEXT + KRITIK-Hefts zu Johnson gekauft (2001, als Ergänzung zur bereits vorhandenen Edition von 1980) und ein Buch zum Thema Johnson und die DDR bestellt, das nächste Tage eintreffen müsste. Wenn die 20-Stunden-Woche kommt … Aber kommt sie? Lieber nicht darauf verlassen! Dr. B. riet zum Aufstehen um fünf, morgens könne man was schaffen. Doch dann müsste ich jetzt schon im Bett sein … Nein, das Lesen muss eingepasst werden in einen Tag, der um sieben in der Frühe beginnt und um eins in der Nacht endet: sechs Seiten nach dem Aufstehen, drei Seiten in der S-Bahn, eine halbe Seite abends, maximal.

Ich sollte noch ein bisschen Werbung machen für Sediments We Move, denn ich bin am Zustandekommen dieser Aufnahme interessiert. Aber heute möchte ich nur auf den vorangegangenen Eintrag verweisen: Feine Stoffe

und etwas anderes posten, nämlich Cecil Taylors Luyah! The Glorious Step (1958) und Nilüfer Yanyas Baby Luv (2017). Enjoy!

https://niluferyanya.bandcamp.com/track/baby-luv

Feine Stoffe

Sediments We Move heißt die neueste Komposition von Charlotte Greve, für deren geplante Studioaufnahme sie gerade auf kickstarter Geld einsammelt, s. hier.
Sie hat das einstündige Werk für ihr New Yorker Quartett Wood River und den Berliner Chor Cantus Domus geschrieben; es erzählt, so die Beschreibung, „von der Erkundung des eigenen Charakters, von der Suche nach dem Ursprung der eigenen Persönlichkeit. Ein Prozess, dem viele Menschen in der einen oder anderen Form im Laufe ihres Lebens begegnen.”

Die Belohnung für eine Spende von sechzig Euro oder mehr („Einer der SWM Musiker kommt zu dir mit LP + Downloadcode + Kuchen”) würde mir gefallen haben, doch habe ich mich für die Option „Musikalische Nachricht von Charlotte” entschieden. Bis zum 17. Juni hat Charlotte Greve Zeit, die noch fehlenden siebentausend Euro zusammenzubekommen. Ich drück Daumen, dass es ihr glückt.