Schweinegeld

[Robert Habeck, ministre fédéral de l’Économie -> Gasumlage wird überprüft.]

„300 Tonnen tote Fische” lautet heute eine Nachricht des Deutschlandfunks (j’ai commencé à écrire cette entrée du blog avant-hier, heute se réfère donc à ce jeudi) verbunden mit der Zeile: „Umweltkatastrophe an der Oder”. Wenn so viel Leben vernichtet wird, kann man von einer Katastrophe wohl sprechen, aber vielleicht wäre das Wort Umweltverbrechen zutreffender?
„Es ist wahrscheinlich, dass eine riesige Menge an chemischen Abfällen in den Fluss gekippt wurde, und das in voller Kenntnis der Risiken und Folgen”, zitiert rbb24 (bereits am 13.8.) den polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki. „Die wichtigste Aufgabe ist es jetzt, den Täter, den Giftmischer zu finden.”
Da ist es doch gelinde enttäuschend, wenn die neuesten Meldungen nun immer bei der Algenart enden, die gefunden wurde. Interessant wäre einmal eine Auflistung der längs des Flusses angesiedelten Betriebe, die für salzhaltige Abwassereinleitungen in Frage kommen. Gibt es so etwas? Was sagen diese Leute? Oder haben sich die Eigner der 282 illegalen Abwasserleitungen abgesprochen und auf drei die Hähne aufgedreht?

DeepL Übersetzer

Ma prof de français m’a suggéré d’écrire ce blog en français, justement, puisque ce serait un bon exercice. Sûrement ! Pourtant, je crois qu’elle a dit ça parce qu’elle aime corriger mes fautes de grammaire, d’expression, d’ordre des mots, etc. En écrivant dans une langue que je connais bien sans tout de même la maîtriser parfaitement, je ne manquerai pas de lui fournir abondamment du matériel pour les leçons à venir. Sehr schlau ! Dois-je donc rebaptiser Im Dickicht et le nommer désormais Dans les fourrés ?
Maintenant le petit troupeau de mes lecteurs se dispersera sans aucun doute en un clin d’œil. Au revoir !

Voyons ce que la Playlist de la New York Times propose aujourd’hui. Tiens, il y a un tube (c’est certain !) de Britney Spears et Elton John, Hold Me Closer, un morceau indie de Julia Jacklin, Be Careful With Yourself, et d’autres qui doivent attendre jusqu’à demain.

Plus le monde est fou plus on doit s’occuper de choses intelligentes et belles. Pour cette raison ici un morceau rayonnant du Marta Sánchez Quintet. Les musiciens de Yayyy sont Román Filiú, saxophone alto, Jerome Sabbagh, saxophone ténor, Marta Sánchez, piano, Sam Anning, contrebasse, et Jason Burger, batterie. Profitez-en !

Reise nach Westen

Welche Tiere genau von Futter und Wasser profitieren, man weiß es ja nicht. Es gibt einen Igel, der sich unters Vogelhaus setzt, abends, und die heruntergefallenen Haferflocken frisst – oder doch die Schnecken, die er vielleicht dort findet?

Die Schnecke ist ein Lieblingstier von Issa, hier eins seiner Haikus in der Übersetzung von Géza S. Dombrady.

Kleine Schnecke!
Musst du denn den Fuji besteigen?
Dann aber ganz langsam!

Die Wasserschale wird von Spatz, Meise, Specht, Star, Taube und Krähe besucht, Eichelhäher nicht zu vergessen, Bienen setzen sich auf den Rand und neigen sich ganz hinein, fliegen dann zurück zur Hortensie, summender Hut auf dem zugewachsenen Schuppen.

In Brasilien verschlimmert sich die Lage für Mensch und Natur (ein Ganzes) unter der Regierung des rechtsradikalen (Noch-) Machthabers in beängstigender Weise. Sachwalter der indigenen Bevölkerung ‚verschwinden‘, zuletzt der Journalist Dom Phillips und sein Mitstreiter Bruno Pereira. Unbekümmert wird das Paradies zerstört, um die Hölle zu schaffen. Viele Wege führen darauf zu und werden rüstig beschritten.
Im Kleinen geschieht auch Gutes, s. hier.

Zwei Musiken: Das Tyshawn Sorey Trio (Tyshawn Sorey, dr, Aaron Diehl, p, Matt Brewer, b) mit einer Komposition von Muhal Richard Abrams, Two Over One, ein friedliches Stück, das an John Coltrane (vor seiner späten Free Jazz-Phase) erinnert.

https://tyshawn-sorey.bandcamp.com/album/mesmerism

Und das Marta Sánchez Quintet aus New York mit dem zweiten Stück aus SAAM (Spanish American Art Museum), eine der besten Jazz-Veröffentlichungen des Jahres. (Ebenfalls top: Partenika (2015), Danza Imposible (2017), El Rayo de Luz (2019).)
Die Band besteht aus Marta Sánchez, p & comp, Alex LoRe, as, Román Filiú, ts, Rashaan Carter, b, Allan Mednard, dr.

Nächsten Monat geht’s auf Reisen, erst nach Bonn, zu einem nachgeholten 65. Geburtstag, möglicherweise auch einer Emeritierung, dann nach Limoges und Aubusson (und, voraussichtlich, Brest).

Ich hör dir zu, erzähl, erzähl!

Diese freundliche Aufforderung, und auch Versicherung, die zudem in eine rhythmisch ansprechende Form gebracht war, hörte ich heute am U-Bahn-Aufgang Mierendorffplatz in Berlin-Charlottenburg, eine junge Frau sprach sie ins Handy.
Ich war in der Gegend, um einen Wohnungsschlüssel in Empfang zu nehmen, eine Freundin hatte mich eingeladen, für einen Monat eine „Stadt-Residenz” zu beziehen. Anders als beim vorigen Mal gibt es keinen Wald von Tomatenpflanzen auf dem Balkon, der zu tränken ist, nur eine Zimmerorchidee (braucht nicht viel) und eine Art Wassergras, das an japanische Holzschnitte und Haikus erinnert; ist aber nicht japanisch.
Ich habe mir noch nicht genau überlegt, wie ich’s mache. Zerrissenheit vermeiden, oder begrenzen!

Rosalías El Mal Querer und Motomami höre ich, wie ich ein Jazzalbum oder ein Streichquartett anhören würde: in der von ihr vorgesehenen Reihenfolge, von A nach Z. Warum der Kritiker von AllMusic, Thom Jurek, dem ersten Album (nur) vier Sterne und dem zweiten viereinhalb Sterne gibt (von fünf), ist mir nicht klar, hat aber seine Folgerichtigkeit, denn das Debüt, Los Ángeles, ist mit dreieinhalb Sternen bewertet – eine steigende Kurve.
El Mal Querer erzählt eine zusammenhängende Geschichte in elf Kapiteln. Motomami ist so kunstvoll gemixt, dass es in einem gehört werden will, ungefähr wie die zweite Seite von Abbey Road.
Beides sind, auf ihre Art, Konzeptalben. Das finde ich einen überraschenden Ansatz für eine Popmusikerin, die ihr dreißigstes Lebensjahr noch nicht erreicht hat.

Rosalía (oder Dua Lipa 🙂 ) zu hören zähle ich zu den Lichtblicken in diesem Jahr, das sich sonst düster anlässt. (Eine gute Freundin von mir ist seit Wochen krank, jetzt gehe es ihr allmählich besser, „nur Atmung und Gedächtnis lassen noch zu wünschen übrig”: So Sachen kommen hinzu.)
Es fällt mir schwer, bei all dem Bedrückenden, das um uns ist, den inneren Raum herzustellen, den es braucht, um zum Beispiel arbeiten zu können.
Politische Fehlentscheidungen gegen besseres Wissen, wie die Freigabe eines Ölbohrfeldes vor Neufundland, das dann über Jahrzehnte hin ausgebeutet werden und unfehlbar die Erderhitzung weiter beschleunigen wird, machen mich rasend. (Angeblich sind die Umweltschutzauflagen bei diesem Projekt die härtesten, die Kanada je erlassen hat, so Justin Trudeau.)
Andererseits gibt es Persönlichkeiten wie Tony Rinaudo, über den Volker Schlöndorff den Film Der Waldmacher gedreht hat – jetzt in den Kinos -, die Hoffnung machen, dass der Selbstmord der Menschheit auf einem zugrundegerichteten Planeten misslingen wird.
Wenn dann noch im Oktober der brasilianische Teufel abgewählt werden sollte, werde ich vielleicht wieder gnädiger auf die Zeitläufte blicken. (Der chinesische, russische, syrische und der nordkoreanische Diktator – sicher habe ich ein paar vergessen – sind leider putzmunter und können noch viel kaputtmachen.)

[Hier war ein Video: Hard Balance des Marta Sánchez Quintet – leider gesperrt.]