Armer schwarzer Kater

„Armer schwarzer Kater!”, sagte meine Freundin [unleserlich] spöttisch, als ich festgestellt hatte, dass ich mit der Mütze nichts höre. Im Wohnzimmer hatte ihr Handy geklingelt. („Das kannst du von hier hören?”) (hier = Küche)
„Beklag dich noch!”
Die Mütze hatte sie mir gerade geschenkt, eine Strickmütze mit ‚Ohren‘ und zwei Bommeln links und rechts, wie man sie in Kaurismäki-Filmen sieht, oder in romantischen Komödien, die in New York spielen, eine Woche vor Weihnachten: der etwas trottelige Freund der chaotischen alleinerziehenden Mutter trägt sie, während er unerschütterlich versucht, das Auto in Gang zu bringen, am Ende klappt’s, oder sie nehmen die U-Bahn. So eine Mütze.
„Die ist lustig. Passt zu dir.”
Aber vom Spaziergang waren wir zurück, draußen hatte ich sie nicht auf, nur drinnen, jetze, in der Küche.
Tee: Thymian.
Hab den Geschmack schon wieder vergessen, interessierte mich aber, trinke ja (als Kräutertees) meist Pfefferminz oder Salbei (SALbei, nicht salBEI). Und jetzt im Dezember auch viele fancy Tees aus einem Tee-Adventskalender, den mir eine Freundin vom Niederrhein Jahr für Jahr schickt: Ingwer Kurkuma, Holunderbeere & Echinacea, Black Chai, Love Me Truly, Lebkuchen-Zeit, Happiness Is.
Teezember. (Kein Tee, nur eine Spontanbildung.)
Kaffee hatte sie auch, macchinetta für den Gasherd, Milch von mir mitgebracht, abgefüllt in einem Gals Landliebe-Joghurt. Glas. Glas.
Ihr Fuß steckte in einer cyborgmäßigen Verkleidung, Gehen mühsam, nur mit Krücken.
Ich holte es.
„Kannst du mir bitte das Telefon aus dem Wohnzimmer holen? Es hat geklingelt.”
„Das kannst du von hier hören?”

Meine nicht schwere Erkältung kuriere ich mit
Ingwer (roh geknabbert, oder aufgebrüht)
Limonaden. Die Zitronenschale raspele ich ab, nützlich fürs Backen.
Grog.
Ich trage drei Pullover.