Paradoxa

Als ich unlängst mal wieder in der Jazzabteilung des Kulturkaufhauses Dussmann in der Friedrichstraße herumstöberte, konnte ich mich nicht dazu entschließen, zur Musik eines der alten Recken zu greifen (ich mag sie ja). Ich ließ mich dann von einem Empfehlungs-Sticker leiten und kaufte, ohne vorher hineinzuhören, die CD einer mir bis dahin nicht bekannten Berliner Pianistin und Komponistin, Julia Kadel. Swing und soulige Wärme, die ich mir, ungeachtet des reserviert silbergrauen Covers, erwartet und erhofft hatte, fehlen in Kaskaden, aber ich finde mich doch gut in der Musik zurecht und höre sie mir gerne und mit zunehmender Freude an, entdecke immer neue Schönheiten; anfangs erschreckte mich ihre (scheinbare) Spröde. Alle acht Stücke, Eigenkompositionen der Pianistin, wurden analog aufgenommen, im alten, denkmalgeschützten MPS-Studio im Schwarzwald, das offenbar seit 1982 nicht mehr in Betrieb gewesen war. (MPS steht für Musik-Produktion Schwarzwald, und auch für Most Perfect Sound.)

Am 16.11.2019 spielt das Julia Kadel Trio im XOX-Theater in Kleve.

Rezension von Gerd Filtgen: hier
juliakadel.com