Das Atomium als Rührbesen

Das Album Pompeii („a jaw-dropping, eyebrow-raising, swoon-inducing record”, wie das Label auf Twitter et passim schreibt (mal kurz den Philologen herauskehren 🙂 ), grob übersetzt: toll, krass, zum Niederknien) von Cate Le Bon traf am Tag der Veröffentlichung selbst ein, gestern, der Paketbote zeigte es mir aber nur her und nahm es wieder mit, weil auf die Sendung aus einer östlichen Ecke der Vereinigten Staaten von Amerika: Brooklyn, New York, eine Zollgebühr fällig wird (4,20 Euro), die er aus Hygienegründen nicht an der Haustür kassieren durfte. Er gab mir bedauernd eine Zustellbenachrichtigung in die Hand („Eine persönliche Zustellung … leider nicht möglich”), auf der auch eine Auslagenpauschale (6,00 Euro) ausgewiesen war, von der ich nicht weiß, wofür sie ist: vielleicht für die Umstände, die mir DHL bereitet, denn ich muss nun zum Zehlendorfer Damm.
Wie geh ich denn da? Ach so, Ernst Thälmann-Straße, dann Karl Marx-Straße in südlicher Richtung, links (Am Fuchsbau), rechts (Meiereifeld), wieder links (Im Kamp), wieder rechts (Blachfeld), et voilà, easy peasy.
New York würde mich übrigens interessieren, klar, auch Neuengland, während mir San Francisco im Grunde schnuppe ist, würde nicht eine Arbeitskollegin da in der Nähe wohnen, Liane, na ja, Oakland, vielleicht doch nicht gleich um die Ecke.

Ich war noch nie in den USA. Vielleicht kommt das noch. Dringender wäre mir England.
(Ich war noch nie in England.)
Dies Spiel: Ich war noch nie in / auf [Land / Insel] ließe sich beliebig fortsetzen. Ich bin nicht so häuslich wie Kant, aber. Das hat auch mit dem Bewusstsein zu tun, dass der Mensch, sobald er sich fortbewegt, Schaden anrichtet. Touristen zerstören, was sie zu sehen wünschen: Binsenweisheit.
Pompeii – welche Untergänge haben wir zu gewärtigen?

Einlegekarte zu Das erzählerische Gesamtwerk von Denis Diderot. Vier Bände. Herausgegeben von Hans Hinterhäuser. Übertragen von Hans Hinterhäuser, Guido Meister und Raimund Rütten. Propyläen Verlag, Berlin 1966. – Foto: privat

Hier die Auflösung des Rätsels aus dem letzten Beitrag.
Der gesuchte Schriftsteller ist Denis Diderot.
Ich bin etwas verwirrt, da ich mir den Satz anders eingeprägt hatte, aber egal, der Sinn bleibt der gleiche: Ein strubbeliger Kopf ist mir lieber als ein wohlgekämmter.
Weiß nicht mehr, wo ich das her habe, Diderot jedenfalls, ein offenbar gefährlicher Autor.

Bloggerkollege Phorkyas beklagte neulich, dass im Radio so viel von der Krankheit die Rede ist, ohne dass die Wiederholungen der Sache etwas Dienliches hinzufügen würden. Das meine ich auch. Es wird zu viel geredet, wo es nicht viel zu sagen gibt.

Ich habe große Ferien, von gestern nachmittag bis Montag einschließlich. Morgen schreibe ich schon wieder. Ihr könnt mich stummschalten.
Ich gehe zur Post.