Confused Dog

Der Aplomb, mit dem der Eichelhäher auf dem Fensterbrett landet! Ist es immer derselbe? Er wirft einen Blick durchs Fenster, ich fang ihn auf. Was sieht er? Wie sieht er es? In Farbe, scharf?

Ich bin ein bisschen gestresst, weil Google eine Mail geschickt hat, ich solle mich in (m)einer Domain anmelden, sonst werde sie verfallen. Die Domain heißt imdickicht.blog. Das ist verwirrend. Es scheint, dass sie nicht identisch mit dem Blog ist, denn in den logge ich mich ja regelmäßig ein. Der Login, der für die Verlängerung erforderlich war, schlug fehl. Überraschenderweise habe ich eine Möglichkeit gefunden, mich bemerkbar zu machen. Heute vormittag wurde ich auf dem Smartphone angerufen, das war erst recht überraschend. Später kam eine Mail mit einem CNAME-Datensatz und einem kleinen Fragenkatalog. (Ich habe versucht, die Fragen richtig zu beantworten, und kann doch nicht für die Richtigkeit der Antworten garantieren. Hoffentlich geht alles gut. Sonst … sollte dies Blog plötzlich verschwinden … ihr wisst Bescheid. Ich würde dann ein neues beginnen, wie ein neues Heft.)

Gestern – aufgepasst, tikerscherk! – bin ich zu meiner Hausärztin geradelt, wo ich meine erste Impfung erhielt. Schlechte Straßenverhältnisse, Regen Regen. Ein vorüberfahrendes Auto gab mir eine Woge Pfützenwasser mit, auf dem Rückweg schnitt mir ein Taxifahrer die Vorfahrt – die haben nichts gemerkt.
Später über die steil aufgestellte Leiter auf den Dachboden, um den beuysischen Aufbau mit Handtüchern, Farbeimern und einer um den Balken geknoteten Hose zu prüfen, den meine Mitbewohnerin arrangiert hatte, nachdem sie in ihrem Schlafzimmer ein Tropfen wahrgenommen hatte. Der Dachdecker mochte bei der Witterung keine Reparatur beginnen, vielleicht nächste Woche.

Arbeitsbezogen habe ich heute noch ein weiteres Telefongespräch mit einem Kundendienst geführt. Über ein Zahlenmenü konnte ich mir aussuchen, ob auf Englisch, Deutsch, Französisch – ich drückte die 2, doch wer sich meldete, sprach dann doch Englisch.
Auch hier, übrigens, ging es um eine fehlschlagende Anmeldung.
Sicher bilde ich mir es nur ein, aber das Leben kommt mir gerade wie ein Hindernisparcours vor.

Wer stolpert, kommt schneller voran.

Gestern habe ich Champignons gebraten.

Heute schickte mir eine Kritikerkollegin ein Buch, das sie überzählig hatte, Gespräche zwischen Jean-Luc Godard und Marguerite Duras – freut mich total!

Der Druck einer Visitenkarte scheiterte immer daran, dass ich nicht wusste, wie ich mich nennen sollte. Kritiker? Mit bloß einer Kritik pro Jahr? Übersetzer? Mit bloß einem übersetzten (und vergriffenen) Buch? Blogger? Bei einem Blog, das nicht groß herauskommen will? Buchhändler? Bei nur drei Tagen im Monat?
Jetzt dämmert mir, dass eine Visitenkarte die Projektion des eigenen Ichs in eine angestrebte Zukunft ist.
Aber Zukünfte verändern sich, je nach Lage der Gegenwart.
„Willst du Lehrer werden, für die letzten Jahre?” (Mein Neffe, um 2016.)

Ein Arbeitskollege: I am overjoyed to discern from the above that the proclivity innate, to relish in all forms of intrigue and gossip subsists between so many colleagues here, ergo staving away boredom ad infinitum

Ich: I’ll post this in a translation machine to get a common English sentence out of it

Was will ich ungefähr? – Ich weiß, dass mir Sprache, Sprachen wichtig sind.
Tu ich genug dafür? Verräterische Frage!
Reisen ins Ausland wären angezeigt, Frankreich, Italien, England, in dieser Reihenfolge.
Aber wann soll das sein?
Erst mal die zweite Impfung abwarten (Mitte August). Doch dann kommt schon Black Friday –

Jérôme Minière ist ein französischer Künstler, Musiker unter anderem, der seit langem in Montréal lebt. Die Stücke oben sind ein paar Jahre alt, in Kürze erscheint ein neues Album.