Blätter auf der Straße

Die Firma hatte mir noch einen Abendtermin reingedrückt, halb sieben bis halb acht, neuer Kollege im Chicago Office. War aber okay.
Ich bin Onboarding Buddy.
Dann nach Kreuzberg, 10 Minuten mit dem Bus, 22 Stationen mit der U3 (halbe Stunde grob), 10 Minuten laufen – schon da.

Die SMS war von einer Nummer gekommen, zu der ich keinen Kontakt gespeichert hatte:
Hallo lieber Meinolf, erinnerst du dich an den Besuch von %, §, & und / aus $ vor 4 Jahren. Die sind hier für ein paar Tage zu Besuch. % hat am Dienstag Geburtstag und wir machen ein Feuer am Abend um 20.00 Uhr. Alle würden sich wie Bolle freuen, wenn du kämst. Lieben Gruß, =

Feuer gab’s vor vier Jahren auch schon. Einen Teil der Eingeladenen kannte ich von daher, andere sah ich zum ersten Mal. Zwei waren mir von vor dreißig Jahren her vertraut, hab beide nicht erkannt.
Und wer bist Du? lehnte sich eine Frau mit blonden Dreadlocks zu mir herüber.
Mein Nachbar zur Linken antwortete.

19. November, Performance: hab ich mir notiert.

Mich vor der Haustür abzusetzen, war natürlich supernett. Immerhin, ich lag auf dem Weg. Kleinmachnow, Potsdam, kein Problem. Der Fahrer erinnerte sich im Verlauf der Fahrt besser an mich. Er verband mit mir eine einzelgängerische Person, nicht richtig dazugehörend, aber geschätzt. Hij is anders dan de andere mannen, zitierte ich einen Satz aus dem VHS-Kurs Niederländisch. (Charakterisiere deinen Sitznachbarn.) Seine Frau stellte auch ein paar Fragen.

Was hab ich mit Wasserschweinen? Ich könnte den ganzen Abend Videos von Wasserschweinen gucken, die Mate trinken. So nette Gesellen!

Ist es etwa der Algorithmus, der mir Don Omar – Danza Kuduro | REMIX vorschlägt, oder kriegt ihr das auch? (Ist mir zu lang: vier Minuten.)

Manchmal liegen Blätter auf der Straße, die einen anleuchten. Dann muss man sie aufheben und mitnehmen, oder stehenbleiben und mit ihnen ‚reden‘, bevor man weitergeht. Neulich war da so eins.

Musik!