Dorothee Elmiger Aus der Zuckerfabrik

Heute schließt das Büro für einen Monat, ich habe die Pflanze, die auf meinem Schreibtisch stand, mit nach Hause genommen, den Bürocomputer zusammengesteckt und probehalber eingeschaltet – funktioniert.
Rückblickend bin ich froh, im Frühjahr – nach zwei Monaten working from home (doch so lange!) – entschieden zu haben, wieder im office zu arbeiten. Jetzt also neuerlich zu Hause, einen Monat, vielleicht zwei.

Der Apple-Konzern hat sich bequemt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Corona-Warn-App auch auf älteren Geräten läuft (die Entwickler arbeiten daran) – gnädig! Aber erst musste die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen auf 30.000 steigen. Heute ist sie schon überholt.

[für vergrößerte Wiedergabe klicken]
In anderen Literaturen ist es gängiger, dem hergebrachten Modell des Erzähltextes neue Schläuche zu legen (ich stelle mir den Roman als einen Kranken vor, der versorgt werden muss: eine Krankheit so alt wie das 20. und 21. Jahrhundert zusammen). Die Ergebnisse werden dann vielleicht Autofiktion oder Romanessay genannt.
Uwe Johnson hatte sich für Das dritte Buch über Achim (1961) den Titel Beschreibung einer Beschreibung gewünscht, und Hans Erich Nossack untertitelte seinen im selben Jahr (und im selben Verlag) erschienenen und in eisgraues Papier eingeschlagenen Roman Nach dem letzten Aufstand: „Ein Bericht”, und für Bereitschaftsdienst (1973) abermals: „Bericht über die Epidemie”.
Dieser Zug ins Sachliche, der die schöne Literatur (Belletristik) in das kühle Laborlicht der „harten Naturwissenschaften” rückt, wie Denis Scheck am Ende des Büchermarkts immer die nachfolgende Sendung Forschung aktuell anzukündigen pflegte, ist also nicht neu. – 1840 verriet Stendhal in einem Brief an Balzac, er habe, als er Die Kartause von Parma (1839) schrieb, jeden Morgen zwei oder drei Seiten im Bürgerlichen Gesetzbuch (Code Civil) gelesen, um seinen Stil nüchtern zu halten. [„En composant la Chartreuse, pour prendre le ton, je lisais chaque matin deux ou trois pages du code civil, afin d’être toujours naturel; je ne veux pas, par des moyens factices, fasciner l’âme du lecteur.”]
Die Schweizer Schriftstellerin Dorothee Elmiger befindet sich also in guter Gesellschaft – auch Maggie Nelson und Annie Ernaux seien in diesem Zusammenhang genannt -, wenn sie ihr Buch Aus der Zuckerfabrik einen „Recherchebericht” nennt. (Auf dem Umschlag ist es überhaupt nicht getaggt.)
Worum geht es? – Nicht leicht zu beantworten! Vielleicht so: Es handelt von der Vernetzung der Welt und der Verstrickung des Westens, von seiner unauflösbaren und unaufhörlichen Schuld.
„… and when I come to Consider and See the Conduct of the Most Learned, Polite, and Rich Nations of the World, I find them to be the Most Tyranacal, Cruel, and inhuman oppressors of their Fellow Creatures in the World, these make all the confusions and distructions among the Nations of the Whole World …” (Samson Occom, 1783)
Geld spielt eine Rolle, ist ein wichtiger Treiber, sei es als Besitz oder als Sehnsuchtsobjekt. Einem Schweizer Lottomillionär der späten 70er/frühen 80er Jahre gilt die besondere Aufmerksamkeit der Autorin – vielleicht weniger, weil er sich mit seinem Spielerglück in eine Position katapultiert hat, die der Kapitalismus für einen wie ihn (Sanitärinstallateur) nicht vorgesehen hat, als deswegen, weil sich der „Lottokönig” von seinem Geld unter anderem zwei kleine Skulpturen aus Kenia gekauft hat, die dann wenige Jahre später, als alles Geld weg ist, am Ufer des Thuner Sees bei einer schaurigen Bieterversammlung unter den Hammer kommen. Kolonialismus und Sklaverei schieben sich ins Bild, Rassismus, Sexismus. Die Zuckerfabrik bietet vor allem Bitterkeiten.
Sublimere Seiten des Menschseins, denen Dorothee Elmiger ebenfalls nachforscht, sind die Liebe, oder der Liebeswunsch, und, am Beispiel der Teresa von Ávila, religiöse Begeisterung (auch diesseitig motiviert: der Gang ins Kloster als Vermeidung der Ehe).

Hat das Personal des Berichts (das Romanpersonal) auf vielerlei Weise mit Überbordendem zu tun, mit Überschreitung (Transzendenz, Eroberung), Überschwang und Gier, bleibt die Erzählerin selbst – die kunstvoll alle passenden Disparatheiten in Gestern und Heute, die ihr, als hätte sie ein Zauberwort getroffen, zustreben, zu einem schlüssigen Bild legt – gemessen, reserviert und nüchtern.
Die Kolonialware Zucker taucht in allen Zusammenhängen auf, als stibitzter Zucker in herrschaftlichen Häusern, abends heimlich im Bett verzehrt, als Zuckerrohr auf überseeischen Plantagen, als exzessiv verwendeter Süßstoff im Tee des Ökonomen Adam Smith, als Traumsymbol bei Sigmund Freud, als Versuchung in Form der glasierten Bonbonnière im obersten unerreichbaren Winkel des großelterlichen Büfetts.

Aus der Zuckerfabrik, ein „Journal voller Beobachtungen, Befragungen und Ermittlungen” (Verlag), trägt mit seinen Haupt- und Nebenhandlungen, den Zentral- und Randfiguren durchaus romanhafte Züge, erlaubt sich sogar kurze Ausflüge ins Erzählen und lässt – selten – poetische Bilder zu:
„Ich lag am Fenster und sah zu, wie der Schnee, vom Wind beschleunigt, in hohem Tempo auf mich zustürzte, als bestürmten mich die Flocken lautlos, als wären sie alle Trägerinnen ein und derselben Nachricht, die sie so lange inständig wiederholten, bis ich sie schließlich entschlüsselt haben würde.”
(Das „lautlos” hätte ich noch gestrichen. Na, einerlei: gut geschrieben!)
Fiktionalisierung und Synthetisierung aber scheinen die Autorin nicht zu interessieren, vielleicht glaubt sie auch einfach nicht daran. Kein spannungsreicher Plot also, keine Charakterzeichnung, keine Naturmalerei oder ähnliches. Sie sammelt ihre Fundstücke und lädt dazu ein, diese gemeinsam mit ihr zu betrachten und daraus zu lernen.

Aus der Zuckerfabrik ist ein sehr gutes, aber auch sprödes Buch, das hinsichtlich seiner Literarizität keine großen Vergleiche zu scheuen braucht.

Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik. 272 Seiten, gebunden. Hanser Verlag, München 2020. 23,00 Euro

Ben Lerner Die Topeka-Schule

[für vergrößerte Wiedergabe klicken]
„Adam Gordon geht auf die Topeka High School, er steht kurz vorm Abschluss. Seine Mutter Jane ist eine berühmte feministische Autorin, sein Vater Jonathan ein Experte darin, ‚verlorene Jungs’ wieder zum Sprechen zu bringen. Sie beide sind in einer psychiatrischen Einrichtung tätig, in der Therapeuten und Patienten aus der ganzen Welt zusammenkommen. Adam selbst ist ein bekannter Debattierer, alle rechnen damit, dass er die Landesmeisterschaft gewinnt, bevor er auf die Uni geht. Er ist ein beliebter Typ, cool und ausschreitungsbereit, besonders sprachlich, damit keiner auf die Idee kommt, er könnte auch schwach sein. Adam hat ein Herz für Außenseiter, und so freundet er sich mit Darren an – er weiß nicht, dass der einer der Patienten seines Vaters ist –, und führt ihn in seine Kreise ein. Mit desaströsen Folgen.” (Text: Suhrkamp Verlag)

Keine Besprechung, nur kurz an den Rand gekritzelt.
Der Roman wird im kapitelweisen Wechsel von Adam und seinen Eltern erzählt, die Erzählstränge zusammengeflochten wie ein Hefezopf. Es gibt wirklich drei voneinander verschiedene Stimmen, das ist ja nicht immer so, wenn Mehrstimmigkeit behauptet wird (ein Negativbeispiel wäre Glücklich die Glücklichen, ein doch recht albernes Buch von Yasmina Réza, in vielen Stimmen erzählt, die alle identisch klingen, nämlich wie Yasmina Réza). Kompliment dafür!
Diese Darren-Geschichte wird vom Verlag ungebührlich aufgebauscht. Lerner erzählt die Episode (mehr ist es nicht) fortlaufend an den Knickstellen des Romans, zwischen den Kapiteln, relativ abgelöst von diesen, was durch Kursivsatz betont wird. Aufgrund der Streckung ist der Effekt beim Lesen antiklimaktisch, verlangsamend, nicht beschleunigend. (Nebenbei, Lerner bedient sich hier teilweise der Mittel der Zeitlupe, auch des Vor- und Zurückspulens.) Dennoch ist Darren eine wichtige Person: Als Sonderling wird er von der Gruppe gebraucht und definiert sie vielleicht erst. In der Gruppe sein heißt: nicht sein wie Darren.

„Die Zukunft des Romans ist angebrochen”, so Sally Rooney. Der Verlag zitiert noch weitere Berühmtheiten, schreibt von „einer an Wundern reichen Sprache” – ich finde alles übertrieben, wenngleich es richtig ist, dass Lerner etwas mit der Sprache macht: im Romancier zeigt sich der Dichter.
Allerdings hatte ich selbst auch ein übertriebenes Urteil abgegeben, als ich von einem ausgezeichneten oder hervorragenden Roman sprach. Jetzt würde ich eher sagen, dass Die Topeka-Schule ein guter Roman ist, ein wenig zu lang, ein bisschen zäh manchmal, aber mit einprägsamen Szenen (Highschool-Debattierwettbewerb, Besuch bei der dementen Verwandtschaft im Heim, Machtspiele auf dem Kinderspielplatz).
Zwei zeittypische Themen: die Frage nach dem, was ‚den’ Mann ausmacht und, vielleicht damit zusammenhängend, die Vorgeschichte des Trumpismus (eine Gruppe seiner Unterstützer nennt sich proud boys) – und es ist ein kluger Schachzug von Ben Lerner, dies am Beispiel der (öffentlichen) Rede zu erzählen. Zum einen kennt er sich als ehemaliger Landesmeister im Debattieren gut damit aus, zum anderen ist klar ersichtlich, auf welch beklagenswertes und gefährliches Niveau die sprachliche Auseinandersetzung beispielsweise auf den Plattformen der Internetkonzerne, die merkwürdigerweise „soziale Netzwerke” genannt werden, hinabgesunken ist. (Selbst in der Friede-Freude-Eierkuchen-Welt der Blogger sind Hass und Verachtung nur einen Klick entfernt.) So weit sind wir in Lerners Romanwelt aber noch nicht, die großenteils in der Zeit vor Facebook und Twitter liegt. Doch der Gebrauch der Redemacht zu schändlichen Zwecken zeichnet sich schon ab, und beim Lesen spürt man Adams Trauer darüber.
Es ist klar, dass ein Roman, der ein so feines Sensorium für die Inhumanität und Seelenkrankheit einer gespaltenen Gesellschaft hat, selbst von einer stark ausgebildeten Humanität getragen ist, und auch darum würde ich sagen, dass sich die Lektüre lohnt. Ob das Buch die Welt „heller gemacht” hat, wie der berühmte Leser Barack Obama behauptet, möchte ich bezweifeln. Erhellend aber ist es.

Ben Lerner, Die Topeka-Schule. Roman. Aus dem Englischen (USA) von Nikolaus Stingl. 395 Seiten, gebunden. Suhrkamp Verlag, Berlin 2020. 24,00 Euro

Angekündigt:
Warum hassen wir die Lyrik?. Essay. Aus dem Englischen (USA) von Nikolaus Stingl. 120 Seiten, broschiert. Suhrkamp Verlag, Berlin [19.4.] 2021. 13,00 Euro
No Art. Poems/Gedichte. Aus dem Englischen (USA) von Steffen Popp in Zusammenarbeit mit Monika Rinck. Mit einem Vorwort von Alexander Kluge. 280 Seiten, Leinen. Suhrkamp Verlag, Berlin [19.4.] 2021. 26,00 Euro

Hier ein Stück aus dem Instrumental-Album Modern Yesterdays der US-amerikanischen Gitarristin Kaki King. Musik für unser dystopisches Jahr 2020.

Nebenbei: Ich bastel zur Zeit an einem Silvester-Mixtape.
(Silvester und Weihnachten werde ich eingeigelt zu Hause verbringen. Hab mir vorhin schon vorsorgend bei GEA in Charlottenburg Socken aus Schurwolle gekauft – und mir versichern lassen, dass ihre Kreuzberger Filiale Wolldecken im Angebot hat.)
Vermutlich wird meine Musikzusammenstellung von einer gewissen Verhaltenheit, auch einer Spur Schmerzlichkeit, geprägt sein, aber auch der Party-Aspekt soll nicht zu kurz kommen. 🙂 Übrigens habe ich Download-Codes von Tanukichan, Sundays, und Julia Holter, Aviary, zu verschenken. Falls wer Interesse hat, bitte melden.

Auf dem Rückweg vom Haareschneiden sah ich Leute vor einem Laden anstehen. Über dem Eingang: „Brot-Werk”. Ich selbst würde ja grundsätzlich einen prägnanten Ausdruck bevorzugen („Bäckerei”), werde mich aber wohl damit abfinden müssen, dass andere eine gezwirbelte Sprache besser finden.

Francesca Naibo Namatoulee

„Auf die Frage, wie die Arbeit vonstatten gehen solle und welche Stücke ich aufnehmen wolle, antwortete ich, ganz Improvisatorin, dass ich das nicht wüsste. Aber in einem Punkt war meine Vorstellung davon, wie das fertige Produkt aussehen sollte, klar: es sollte sich von Live-Auftritten unterscheiden, bei denen die Stücke oft sehr lang ausfallen. Also kürzere Tracks, kleine Gemälde, Klangbilder.”*

Dies schreibt Francesca Naibo, Gitarristin aus Mailand, zu ihrem zumeist ganz ungitarristisch klingenden Schallplatten-Debüt Namatoulee (Aut Records, Berlin 2020), dessen vierzehn Stücke alle improvisiert sind und von der Musikerin – vielleicht um ihren jeweiligen Klangkosmos auf eine zugleich prägnante und offene Formel zu bringen – mit Titeln in Phantasiesprache versehen wurden („Mae Lougon”, „Teing Dol”, „Groff” u.a.).

Die knappe Angabe auf dem Cover zum verwendeten Instrumentarium: „guitar, objects, effects” –
wird in dem genannten Essay genau ausgeführt:

  • eine halbakustische Gitarre des Typs Godin 5th Avenue Kingpin für Linkshänder
  • ein Röhrenverstärker
  • eine klassische Gitarre
  • verschiedene Objekte (Präparierungen)
  • Effektgeräte („delay, overdrive, sound retainer, ring modulator”),

deren jeweiliges Funktionieren mir nicht klar ist, die aber mit dafür sorgen, dass die Musik auf Namatoulee nach allem möglichen klingt – nach einem Violoncello zum Beispiel -, aber selten an eine Gitarre denken lässt, jedenfalls nicht, wenn man (vergleichsweise!) konservativ ist wie ich und einen bestimmten klassischen Gitarrenklang im Kopf hat, den die Klangforscherin Francesca Naibo aber gerade vermeidet.
Sie ist auf neue Klänge aus, was auch mit ein Grund dafür ist, weshalb sie sich für eine halbakustische Gitarre entschieden hat: die Vermischung akustischer und elektrischer Klänge sei ein Eckpfeiler ihrer künstlerischen Arbeit.

Vielleicht schreibe ich einmal ausführlicher über Namatoulee, aber nicht heute. Übrigens singt Francesca Naibo auf zwei oder drei Stücken, ohne Text.

Hier ein Blick ins Aufnahmestudio:

* „Alla richiesta di chiarimenti circa l’organizzazione del lavoro e la tipologia di brani che avrei voluto registrare risposi, in perfetto stile d’improvvisatrice, che non lo sapevo. Un elemento era però chiaro nell’idea che avevo del prodotto finito: desideravo qualcosa di diverso dalle performance live, dove spesso i brani sono molto lunghi e sviluppati, e che includesse quindi dei pezzi di durata più contenuta che potessero costituire dei piccoli quadri, delle immagini sonore.”

Francesca Naibo Website
Aut Records Website
Francesca Naibo, „Namatoulee”, in: d.a.t. 7/2020, S. 108-124 [pdf]

Francesca Naibo Namatoulee. Francesca Naibo, Gitarre, Objekte, Effekte, Komposition. [46:32 Minuten]. Aut Records, Berlin [Juni] 2020. 12,00 Euro [Auflage: 300]

radio satt #6 – Veronika Reichl

Seit heute ist die neue Folge von radio satt online, siehe hier:

http://www.satt.org/literatur/20_11_radiosatt-06.html

radio satt bringt Lesungen und Gespräche zur Literatur. Zu Gast in der Folge #6 ist Veronika Reichl, die für sich eine besondere, schwer zu kategorisierende Form des Schreibens gefunden hat: Ihre Geschichten handeln von realen, vorab in Interviews mitgeteilten, Lektüreerfahrungen von Philosophinnen und Philosophen mit – hier vor allem – Hegel. „Hegel zu lesen ist anstrengend, manchmal zermürbend“, weiß Veronika Reichl.
Im Schaum dieser Sprache. Hegel lesen erzählt von jenen, die die Herausforderung angenommen haben – und in den Lesepausen vielleicht „House of Cards“ weitergucken. Doch auch dort finden sich Hegelsche Denkfiguren.
Eine mit feiner Ironie versetzte Hommage an Hegel, die in dieser Ambivalenz, aus feministischem und postkolonialem Blickwinkel, auch im Gespräch mit Lilian Peter aufgegriffen wird.

Siehe auch Patrick Eiden-Offe, „Der ewig Unzeitgemäße. Zum 250. Geburtstag von Hegel“ (die tageszeitung):

„Wir werden hier mit Lektüren konfrontiert, die bisher Gedachtes erschüttern und Ungedachtes aufbrechen lassen; Lektüren, in denen Hegels Denken weitaus plastischer vor uns ersteht als in allen Biografien und Aktualisierungen.”

Veronika Reichl lebt als Illustratorin, Dozentin und Autorin in Berlin.
Sie studierte Kommunikationsdesign und European Media an der Merz Akademie in Stuttgart. Promotion im Fach Art, Design and Media bei Diedrich Diederichsen und Paul Newland über die Visualisierbarkeit philosophischer Texte an der University of Portsmouth.
2008 erschien bei Merz & Solitude das Buch Sprachkino: Zur Schnittstelle zwischen abstrakter Sprache und Bildlichkeit, eine zeichentheoretische Untersuchung mit einer Serie experimenteller Animationsfilme.
Forschungsaufenthalt in Oslo. 2003 Preisträgerin des 11. open mike. Veröffentlichungen u.a. in Circumference, Bella Triste, Idiome, Mantis, LIT, RealPoetics. Literarische Vortrags-Performances und Installationen, u.a. bei European Media Art Festival 2017, Am Nerv der Demokratie, Performance-Philosophie Festival 2019, Eröffnung der Ausstellung Hegel und seine Freunde in Marbach 2019 etc.
Website: https://veronikareichl.com/

Lilian Peter lebt in Berlin. Sie studierte zunächst als Jungstudentin Klavier (RSK/Musikhochschule München), anschließend Philosophie, Altgriechisch und Musikwissenschaften in Wien, Tübingen und Heidelberg, später noch Literatur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Studienaufenthalte in Prag, Paris und New York. Verdient ihr Brot hauptsächlich als Übersetzerin, Radioautorin, Klavierlehrerin, stellt derzeit den literarischen Essayband Mutter geht aus fertig, daneben Arbeit an verschiedenen anderen Prosaformen. Seit Januar 2020 schreibt sie die auf ein Jahr begrenzte monatliche Kolumne How To Cook A Phallus für fixpoetry.com. Derzeit läuft zudem ein Briefwechsel mit der japanischen Schriftstellerin Yui Tanizaki, kuratiert vom Goethe-Institut Kyoto/Osaka (die Texte erscheinen fortlaufend online auf den Seiten des Goethe-Instituts und werden von Literaturübersetzerinnen in die jeweils andere Sprache übersetzt). Für ihren Essay „Diebinnen im Paradies“ erhielt sie 2017 den Edit Essaypreis. 2019 war sie Stipendiatin der Villa Kamogawa in Kyoto, 2020 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats, 2021 ein Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben. Ihre Texte erschienen bisher u.a. in Lettre International, Still Magazine, Edit, BELLA triste und bei Matthes & Seitz Berlin.
Sie betreibt das Blog peterslilie.

Veronika Reichl, Im Schaum dieser Sprache. Hegel lesen. Texte und Zeichnungen. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Sandra Potsch. Begleitband zur Ausstellung „Idealismusschmiede in der Philosophen-WG. Hegel, Hölderlin und ihre Tübinger Studienjahre“. 104 Seiten mit zahlreichen farbigen Illustrationen, Klappenbroschur. Museum Hölderlinturm Tübingen, Tübingen 2020. 12,50 Euro
ISBN 978-3-941818-43-9

Beziehbar über das Museum (Bestell-Nr. 0189).

Sendehinweis: Salon Dilletantisme

Ohne Zweifel hat die Coronakrise institutionskritische Qualitäten. Den Konzertbetrieb hat sie faktisch lahmgelegt. Der Sommer ist vorbei und mit ihm auch die letzten Open-Air Konzepte. Was viele Veranstalter*innen aber nicht wissen: In Ermangelung echter Konzerte, hat das Publikum längst angefangen, kanonisierte Highlights der Neuen Musik auf seinen Instrumenten zu Hause nachzubauen.
Mit ihrem „Salon Dilletantisme” präsentiert Mara Genschel einen welken Strauß akustischer Stippvisiten – mitten aus den Übezellen zahlreicher ausgewählter Enthusiast*innen. Es spielen Christian Filips, Michael Kunkel, Florian Neuner, Monika Nuber, Bertram Reinecke, Meinolf Reul und Mathias Traxler. [Text: Mara Genschel/SWR2]

Mara Genschel Salon Dilletantisme
SWR2 JetztMusik, 2.11.2020, 23.03 Uhr

Schneckenrasen

Das Radel habe ich erst mal vorm Haus abgestellt, dann muss ich es nicht über den Rasen zum Schuppen schieben. Der Rasen wird bei dieser Witterung stark von Schnecken frequentiert, nicht meine Lieblingstiere. Schnecken fressen auch Getreide. Das fiel mir auf, als ich einmal für die Meisen Haferflocken ausgestreut hatte. Dann hörte ich meine Mitbewohnerin aufschreien. Ein Kranz Schnecken hatte sich um das Futter gebildet und fraß es weg, ein ekelerregender Anblick, von dem ich mich dennoch nur schwer lösen konnte.
Heute lag ein aufgenagtes oder aufgepicktes Ei auf dem Grün, zu oval für einen Tischtennisball oder Golfball, der die aber auch nicht dahin gehört hätte hätten.
„Auch beim Schreiben versuche ich, möglichst unsystematisch vorzugehen. Wenigstens auf dem Papier muss doch alles erlaubt sein!” (Florian Neuner, Moor (oder Moos), S. 34).
Surrealismus umgibt uns. Surrealismus und Dada, und tiefer in der Stadt auch Brutalismus. – Neulich löste ein Habicht, der sich in die Krone einer der Kiefern gesetzt hatte und von Ast zu Ast flog, ein großes Gekrächze bei den Rabenvögeln aus.
Ich glaube ja, dass Schriftsteller viel vom Jazz lernen können.
Eins der letzten Bücher, die ich gelesen habe, war Der letzte Satz von Robert Seethaler, eine Geschichte über Gustav Mahler, die viel mit Rückblenden arbeitet. Diese bleiben allerdings insofern ‚flach‘, als Seethaler die einfache Vergangenheitsform wählt, wo meiner Ansicht nach die Vorvergangenheit angezeigt gewesen wäre. Ich gebe zu, dass das Plusquamperfekt einen Satz umständlicher macht, aber eine plane Textfläche für ein zeitlich gestaffeltes Textgeschehen ist irgendwie auch nicht richtig. Das Buch bietet nicht mehr als den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sich ein Lesepublikum einigen kann. Der Autor bleibt weit unter seinen Möglichkeiten, und erst recht weit unter den Möglichkeiten von Literatur, von der ich mir doch wünsche, dass sie sprachlich und bildlich und wirklich oder unwirklich, und warum nicht auch theoretisch, angereichert und angespeckt, und immer auch ein bisschen verrückt ist. Spartanismus – gut, kann man machen, aber es wird mir nicht mehr als ein Schulterzucken entlocken.
Ein expansives Moment, eine gute Portion Schmissigkeit, improvisatorische Anteile sind nie verkehrt. Ich finde ja, dass Monika Rinck (um, zum Vergleich, eine ganz anders geartete Schriftstellerin zu nennen) dies in Alle Türen wunderbar realisiert hat. Monika Rinck ist ein Gewicht in der Literatur, und dass sie es geschafft hat, einfach nicht daran zu denken und so ein frisches, risikobereites Buch zu machen, ist einfach toll!
Alle Türen verleugnet nicht das einmal Erreichte, aber es setzt es neu aufs Spiel. Auch darin besteht seine außerordentliche Qualität.

„Haus, das ganz Tür ist“. Monika Rincks neue Gedichte

Wir nähern uns der Mitte dieses unerquicklichen Jahres – höchste Zeit, dass ich meine zweite für 2020 anvisierte Kritik schreibe, sons gib dat nix. Mein Schreiben ist ja so langsam, dass immer schon eine Fliege aus dem zugestaubten Tintenglas geflogen kommt, wenn ich gerade die Feder eintauchen möchte (bildlich gesprochen!).

Hier ein Stückerl aus meiner in Arbeit befindlichen Kritik zu Monika Rincks Gedichtband Alle Türen.

„Übermut tut selten gut“, sagt das Sprichwort. Alle Türen, Monika Rincks jüngster Gedichtband (2019) – der erste seit Honigprotokolle (2012) – , ist so ein seltener Fall.
Hochgemut beginnt es („Die reine Affirmation“), fatal endet es: „Die Toten“.
Das weckt natürlich Zweifel, ob die Affirmation so unvermischt ist wie behauptet.
Aber auch die Toten haben sich vielleicht nur hingelegt. Das würde zur Operettenwelt passen, die den konzeptuellen Hintergrund des Bandes bildet (aber nicht alle Gedichte tanzen in der Reihe).

Die Gedichte sind durchgehend reimlos und haben alle Strophenform, die aber ganz variabel gehandhabt wird. Das Spektrum reicht vom Zweizeiler bis zum Langgedicht.
Bilden manche der Texte eine absatzlose Strecke über eine Dreiviertelseite, sind die Fügungen meist doch lockerer, mit einzeln stehenden Versen, eingerückten Worten, Kursivierungen, Versalien (kaum), Leerzeilen, auch Trennungssternchen, die vielleicht eine Stille anzeigen oder ein Stocken, einen Richtungswechsel. Interpunktion unauffällig, nur hier und da aufgedreht mit drei, vier, fünf Ausrufungszeichen hintereinander oder mit drei Fragezeichen, die den Leser großäugig fragend anzuschauen scheinen, so wie die selbstlenkenden Autos in Luxusgegend „irgendwie rollig“ unterwegs sind.

Im Kapitel „Konkrete Poesie“ erscheint die groteske Figur eines „Marp“, ein sonderbares Wesen, wohl um ein paar Ecken mit den Geschöpfen eines Morgenstern, eines Schwitters verwandt, und ganz bestimmt mit Ringelnatzens. Monika Rinck gesellt dem Marp eine Frau hinzu, der Einfachkeit halber „Frau“ genannt, und schickt sie beide in Abenteuer der Sprache (und der Sprachphilosophie), so witzig wie geistvoll.
Das „Konkrete“ der Überschrift könnte als eingedeutschtes concrete (Beton) gedeutet werden, denn immerzu wird hier etwas angemischt, hochgezogen und niedergerissen, nicht zuletzt „die aus meterhohem Gussbeton / im winterlichen Garten errichteten Worte.“
Sollten diese Gedichte vielleicht auf einen Kneipen-Spaß zurückgehen? Gedichte schreiben, in denen bestimmte Wörter vorkommen müssen, Styropor, Blitzzement, Speichel? Ein spielerisches Moment jedenfalls ist nicht zu verkennen, und wie immer so ein Wettbewerb ausgegangen sein mag, die Dichterin nimmt die Hürden mit Bravour. […]

[28.5.2020] Vollständig hier: textem.de und bei satt.org: hier

Monika Rinck, Alle Türen. [75] Gedichte. 104 Seiten, Klappenbroschur. kookbooks, Berlin 2019. 19,90 Euro (= Reihe Lyrik Band 63)

Florian Neuner Inseltexte

„Wenn an Büchern wie meinen überhaupt jemand etwas verdient, dann der Gestalter.”
Florian Neuner

Ich hab hier fünf abgebrochene Bücher, das kann ich ja gar nicht leiden. Also werde ich sie jetzt eins nach dem anderen – es brauchte wohl die Erklärung, dies nicht zu tun – fertiglesen, angefangen mit den Inseltexten von Florian Neuner. Passt ja auch. (Bis Helgoland war ich gekommen.) Der letzte, noch ausstehende Text heißt „Fließtext Emscherpassage. Annäherung an die Insel”.
Warum ich angefangen habe: Ich hatte noch nie was von Florian Neuner gelesen und wollte das nun einmal tun.
Warum ich aufgehört habe: Konzentrationsstörungen, (weitgehendes) Fehlen eines Handlungsfadens – sodass ein Leser auf jeder Seite vom Pferd fallen kann – und will er dann wieder aufsteigen?

Meiner Einschätzung nach ist Florian Neuner ein writer’s writer, übrigens nicht schwer zu lesen, warum hatte nicht schon längst ein anderer zugegriffen? [Mein Chef hatte das Buch sechs Jahre lang in seiner Buchhandlung liegen, bis ich es kaufte.] Aber ich kann mich irren.
Mich interessieren seine Fragen, wie ein Text entsteht, wie man schreiben kann, wenn einem nichts einfällt, oder wenn man weiß, dass alle schon alles gesagt haben.

„Wäre ich gezwungen, mein ‚Konzept’ zu skizzieren, ich würde sagen, dass ich mich an einem Schreiben ohne Einfall versuche, bzw. mich dazu zwinge, über den Punkt hinaus weiterzuschreiben, an dem mir nichts mehr einfällt”, heißt es ziemlich zu Beginn des ersten Textes, „… oder: verflucht!”, der dem rings von Wasser umgebenen Berliner Stadtteil Moabit gewidmet ist (der zum Bezirk Mitte gehört). – Die Überschrift bezieht sich auf einen der Deutungsversuche des Namens Moabit: Er könnte sich von Moor oder Moos herleiten, oder auch, wegen seines unfruchtbaren Bodens, von terre maudite, verfluchtes Fleckchen Erde, frei übersetzt.

Der Autor als Produzent ist immer mit im Bild, wenn er durch Moabit oder Český Krumlov spaziert (auch als Krumau bekannt, aber Neuner vermeidet diesen Namen), in Kneipen sitzt, Bier trinkt und schreibt, sich auf Helgoland gegen den Wind stemmt, oder – ausnahmsweise per Fahrrad – im Ruhrgebiet unterwegs ist.
Da lese ich jetzt noch.
Auch der Stil ist mäandernd, flanierend („Aber ich schweife ab – falls man das überhaupt sagen kann, denn dazu müßte es ja wohl einen Hauptstrang, gar so etwas wie eine Handlung geben, von der aus diese Abschweifungen erfolgen”). Das haut im ersten Text besser hin als im zweiten, der etwas zäh ist (viele Anstreichungen aber). Und war es nicht L., die gesagt hat, dass das – von Neuner viel genutzte – „&”-Zeichen auf sie immer wie ein Stop-Zeichen wirkt? Gut, das nimmt jeder vielleicht anders wahr.

„Das Werk ist die Totenmaske der Konzeption”: dies Zitat von Walter Benjamin ist mir im Kopf, ich hab’s jetzt nicht noch mal nachgeschlagen, wo steht es überhaupt? Bei Florian Neuner gibt’s aber keine Totenmaske (oder war es Lebendmaske?), die Konzeption ist das Thema (kann man das sagen?), aber jetzt auch nicht als etwas in Stein Gemeißeltes (das wäre auch wieder zu nah am Grab, zu werkmäßig, und das Werk ist doch egal!), sondern mehr in der Art von Konzeptpapier. Da wird auch manches wieder durchgestrichen und so, durchgestrichen, stehengelassen.

Der „Helgoland”-Text ist als Collage gestaltet, das Ruhrgebietsstück, wie der Titel schon sagt, als Textband angelegt. Es umfasst knapp vierzig Seiten und ist ganz auf die rechte Buchseite gelegt, während die linken Buchseiten – noch mal vierzig – Ergänzungen bieten, s/w-Fotos, kleine Schlenker („Gaststätte Turf”, „Am Herner Meer”, „Eine Trinkhalle verschwindet”).

Aber man soll nur über das schreiben, was man gelesen hat, und so weit bin ich jetzt noch nicht.

Florian Neuner, Inseltexte [„… oder: verflucht!”, „An der böhmischen Küste”, „Helgoland”, „Fließtext Emscherpassage”]. 184 Seiten, Klappenbroschur. Klever Verlag, Wien 2014. 17,00 Euro

Erinnere ein vergessenes Konzert

„Erinnere einen vergessenen Text”, hieß einmal eine paradoxe Spielanweisung des Schweizer Verlegers Urs Engeler an befreundete Schriftstellernnien (polnisch gegendert), aus deren Ergebnissen dann ein Buch geworden ist. Ich kenne es nur dem Titel nach. – Natürlich war die Vorgabe gewesen, vor dem Schreiben den vergessenen Text nicht erst noch einmal zu konsultieren.
Wollte ich meine Berichterstattung vom Ultraschall Berlin Festival unter dieser Maßgabe fortsetzen, wäre ich vermutlich schnell damit fertig. Zunächst fiele mir einiges ein, was nicht direkt mit der Musik zu tun hat, z.B. mit wem ich da war (L.), wen wir getroffen haben (Rumiana, Viola, Axel, Gernot, auch Achim?), wovon unter anderem die Rede war: den alten Vater in der Kur abgeben, Blick auf den Watzmann …, das Pausengespräch des Musikredakteurs mit der Komponistin mit dem Doppelnamen, die auf eine Krücke gestützt die Stufen zur Bühne erklomm und einen sehr vifen Eindruck machte, ihr Stück hatte „fire” im Titel. Eine Paetzoldflöte kam wieder vor, und wahrscheinlich ein Cembalo. Und gab es nicht noch ein zweites Komponistinnengespräch? (Es wurden ja überhaupt nur Werke von Komponistinnen gespielt.)
Das war mit Elena Mendoza. Es ging um Integration und Desintegration und die Frage der Perspektive. Einige der Instrumente waren präpariert, aber die Verfremdung im Gesamtklang aufgehoben. Dann gab es auf einmal einen Tisch und einen Mimen – oder stand der Tisch von Beginn an da? Der Mime ging zu den präparierten Instrumenten hin, nahm ihnen die Gegenstände der Präparation weg (sie waren ja gar nicht aufgefallen!) und exponierte sie auf dem Zaubertisch: ein Glas, eine Flasche … was noch? Ein Tuch? Tat so, als streiche er mit dem Finger über den Rand des Glases, berührte es aber gar nicht, und einer der Musiker gab einen Klang dazu. Tat so, als entkorke er die Flasche, schenke zu trinken ein, und ein Instrument unterlegte die Geste mit einer musikalischen Geste. In ihrer ostentativen Zurschaustellung wurde die ‚Integration‘ der Gegenstände der Klangverfremdung – die ja immer noch integraler Bestandteil der Komposition waren – nicht so sehr abgebrochen als auf eine andere Stufe gehoben.
Vielleicht lässt es sich anhand eines Vergleichs erklären: Bei Übersetzungen gibt es zwei Möglichkeiten (unter den unendlich vielen Möglichkeiten). Die Übersetzung kann anstreben, das Original rückstandslos der Zielsprache anzuverwandeln, oder sie kann eine Erinnerung an die ‚Fremdheit‘ des Ursprungstextes gleichsam mitlaufen lassen. Beides sind legitime Übersetzungen, unter je anderem Vorzeichen.
Auf die Komposition von Elena Mendoza gewendet, schien es, als seien hier nacheinander beide Möglichkeiten durchgespielt worden. – So beschrieben, könnte der Eindruck entstehen, als hätten wir es mit einer furchtbar didaktischen Arbeit zu tun – doch keineswegs! Ich erinnere [Titel einsetzen] als eines der (auch konzeptuell) stärksten Werke des Abends.
Aber ich muss das Programmheft heraussuchen und mir die Sachen noch mal anhören, so wird das ja nichts.

Hier zum Schluss ein Stück von Julia Holter, die ich in ihrer übergroßen Ambition immer ein wenig anstrengend finde, ihr Album Loud City Song, das ich hierhabe, wollte ich lange loswerden, aber jetzt habe ich mich entschieden, es zu behalten und sogar wieder anzuhören, denn trotz allem habe ich Julia Holter gern und verfolge mit Sympathie, was sie macht. ¯\_(ツ)_/¯

Frohe Ostern again!