Ostermusik

Zu Ostern überraschenderweise ein kleines spanisches Musikprogramm mit der stimmgewaltigen Rosalía.
Zuerst ein Stück, das besser zum gestrigen Karfreitag gepasst hätte, La Llorona (= Die Wehklagende).
Im nachfolgenden Song, De Plata, wird die Energie deutlich intensiviert. Hier, wie auch in dem abschließenden Studioset, ist der Gitarrist Raül Refree beteiligt.
Ich werde noch ein paar mehr Ostereier ins Nest legen, wenn’s recht ist, z.B. ein fröhliches Baumpflanzvideo von Jim O’Rourke (lebt er immer noch in Tokyo?), ein live dargebotenes Jazz-Funk-Stück der Sängerin und Bassistin Esperanza Spalding und, als Intro, ein anderthalbminütiges Liedtext-Video des New Yorker Rappers Aesop Rock (hohe Schwierigkeitsstufe beim Karaoke), das eines meiner Lieblingstiere im Titel trägt.
Jetzt ist die Aufzählung beinahe vollständig, dann erwähne ich auch noch die französische Sängerin Françoiz Breut (brö gesprochen), die übrigens auch Illustratorin von Kinderbüchern ist.
Zum Schluss ein Big Band-Stück in klassischer Manier von Marike van Dijk, I Am Not a Robot.
Der ungehobelte Rausschmeißer kommt von Captain Beefheart: Big Eyed Beans from Venus (1972).
Sollte ich nicht vorher noch einmal Laut geben, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein geruhsames Osterfest!

Aesop Rock Dog At The Door ° Rosalía La Llorona / De Plata ° Rosalía & Raül Refree ‚Los Ángeles‘ Live Acoustic Session 2018 ° Françoiz Breut La nuit repose ° Jim O’Rourke Something Big ° Esperanza Spalding Good Lava ° Marike van Dijk I Am Not a Robot ° Captain Beefheart and The Magic Band Big Eyed Beans from Venus

Danger Doom No Names (Black Debbie)

Draußen steigen die Temperaturen in den Keller, ich bin gespannt. Die Natur beißt zu, und der Mensch lernt.
Was ist so schwer daran zu verstehen, dass wir Teil des Ganzen sind und nicht Herr über alles?

Von MF Doom habe ich zum ersten Mal an Silvester gehört. An dem Tag wurde sein Tod bekannt, der bereits zwei Monate zuvor erfolgt war, am 31. Oktober.
MF Doom verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in den USA, wohin seine Familie kurz nach seiner Geburt (1971) ausgewandert war. Er besaß nur einen britischen Pass. 2010, auf der Rückkehr von einer Europatournee, wurde ihm die Einreise verweigert und er ging nach England. Frau und Kinder folgten ihm zwei Jahre später.

Für seine Bühnenfigur entlieh sich der Künstler Namen und Charakter eines Comic-Bösewichts. MF Doom war sein bekanntestes Pseudonym.
Er trat stets mit einer Metallmaske auf (Metal Face).

Er sei in einem Jahr gestorben, als alle eine Maske hätten tragen müssen, kommentierte ein Fan. Er sei an Halloween gestorben, ergänzte ein anderer. Die Bekanntgabe der Todesnachricht an Silvester habe ihm Neujahr vermiest, schrieb ein Dritter. Sie waren sich einig, dass dies alles eines MF Doom würdig sei.

MF Dooms Zusammenarbeit mit Danger Mouse (2005), den die Welt als Schöpfer des Überhits Crazy kennt, lief unter dem Namen Danger Doom. Ich verstehe kaum ein Wort, aber ich höre das Album rauf und runter (Bandcamp hat es in guter Klangqualität, hier jetzt nur in mittelmäßigem Google-Sound, sorry).

Darf zu Prüfzwecken geöffnet werden

Es ist natürlich maßlos übertrieben, wenn eine Freundin behauptet, bei mir zu Hause sei „alles voller CDs, Wergo blabla” (Wergo = 1962 gegründetes Label für neue Musik), aber trotzdem: einiges ist da, und ich hör’s doch nur selten. Um mir da selber ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, reaktiviere ich also die Seite (und Liste) Alles mal gehört, beginne und nenne sie aber neu, so wie ich als Schüler ein neues Heft begonnen habe, mit dem Vorsatz, es diesmal ordentlicher zu führen, leserlicher zu schreiben, was nie geklappt hat, weil ich nun einmal diese unordentliche Seite habe, die von meinem Jungfrau-Aszendenten nur schwer in den Griff zu kriegen ist.
Mich jetzt bloß durch meine Plattenkiste zu hören, wäre aber langweilig, daher werde ich alles berücksichtigen – von wo immer es mir zufliegt -, was mit der Musik der letzten hundertzwölf Jahre (ungefähr) zu tun hat, mit Ausreißern in die ältere Vergangenheit.
Der Kulturauftrag des Fernsehens (ARD, ZDF) wird heute (und lange schon) weitgehend von Google übernommen, genauer gesagt von einzelnen YouTube-Kanälen (TheWelleszCompany, pelodelperro, um zwei zu nennen), da findet sich reichlich Stoff. Oder man geht zu SoundCloud oder UbuWeb. Man sollte sich vorher einen Zettel schreiben.
Also los geht’s – mit der leeren Liste! (PS. Mit einem Zitat von John Cage – Happy New Ears! – heißt sie nun: Fröhliche Neue Ohren!)

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Kelly Lee Owens Corner Of My Sky (feat. John Cale)

In einer der jüngsten Folgen von Tracks, der Popkultur-Sendung auf Arte, die ich mir nie ganz angucke, und schon gar nicht regelmäßig, weil mich irgendetwas an dem Format stört (der kumpelhafte Moderationston?), tauchte – neben anderen Leuten, die mich null interessieren (H.P. Baxxter, David Guetta) – die mir bis dahin unbekannte walisische Musikerin Kelly Lee Owens auf. Im Gegensatz zu den Genannten – reine Nervensägen mit ihrer schamlosen Dummheit, Sattheit und Feierlaune – machte sie einen vernünftigen und reflektierten Eindruck (ich bin ein Vernunft-Fan!) und wirkte individuell und eigen.
Bei Google fand ich ein Video zu ihrem aktuellen, zweiten, Album Inner Song, das ich hier teile: Ein humorvoller und mysteriöser, vielleicht etwas unheimlicher, Kommentar zu diesem verhexten Jahr. Kelly Lee Owens taucht in Person erst in der zweiten Hälfte des Songs auf, in einem 19.-Jahrhundert-Kleid, und hilft schließlich Michael Sheen beim Toaströsten und -essen. Wenigstens im Deutschen steckt darin Trost (trösten).

Und sonst
Cher monsieur ***,

je voudrais commander le livre suivant:

Honoré de Balzac, La Comédie humaine, tome 1
ISBN 978-2-07-010851-0

Si vous m’indiquez un compte bancaire je peux payer en avance.

Joyeuses fêtes et tous les meilleurs vœux pour la Nouvelle Année!

Bien à vous

***

P.-S. Dites-moi, s’il vous plaît, en cas vous connaissez quelqu’un qui serait intéressé à faire un tandem franco-allemand (oralement ou par écrit). Mes connaissances de français se dégradent de jour en jour et si je ne prends pas des contre-mesures je peux les enterrer l’année prochaine. Ne serait-il pas trop triste?

Und sonst
„Blumiger Kurkuma Tee” aus A.’s Tee-Adventskalender: Das erinnert mich daran, dass einer meiner Deutschlehrer meine Aufsätze immer zu „blumig” fand. Derselbe hat mir auch überflüssigerweise Rechtschreibfehler angestrichen, jedes Mal, wenn ein k vorkam, das in meiner Handschrift wie ein h aussah.


Entgegen der bisherigen Planung werde ich morgen doch in der Buchhandlung arbeiten, allerdings nur den halben Tag.


Baruch de Spinoza, Abhandlung über die Verbesserung des Verstandes – liegt auch hier. 45 Seiten + 30 Seiten Einleitung: wahrscheinlich zu schaffen.

Silvestermix 2020

Allen Leserinnen & Lesern von Im Dickicht ruhige (so ruhig, wie jeweilig gewollt, aber nicht ruhiger!) und friedvolle Feiertage! Ich wünsche Gesundheit, gute Gesellschaft (als SMS/Telefonanruf/Email/Brief, leibhaftig, als Buch oder Musik oder Film, als Haustier, oder was sonst als Gesellschaft taugt), eine erfüllte Zeit und immer genug Geld zum Leben! – Ich habe mich hier in Kleinmachnow verkrümelt, das ganz nah am dicken Berlin gelegen ist, aber schon auf Brandenburger Sand gebaut ist, trinke noch mehr Kaffee und Tee als sonst, habe mir aber auch einen Weihnachtswein gekauft, auf dessen Etikett ein Wildschwein abgebildet ist – eine hier sehr verbreitete Tier-Art -, und wähle im übrigen zwischen Pfeffernüssen, Dominosteinen, Lebkuchen (aus Julias Bäckerei in Ulm), Plätzchen (aus Franks Bäckerei in Kevelaer), Apfel Nuss und Mandelkern.
Auch sonst ist für ‚Futter’ gesorgt: denn die wichtigste Nahrung ist natürlich geistiger Natur! Um diesen Pfad weiter zu gehen, plane ich – habe ich das nicht schon erwähnt? – meine vier Buchhandlungs-Montage auf drei zu reduzieren (ich hoffe, mein Chef lässt sich darauf ein). Ich weiß ja nicht, wie lange ich noch hienieden wandele – aktuell geht es mir gut! kein Grund zur Besorgnis -, und möchte doch verstärkt mein eigenes Leben führen, das sich überraschenderweise nicht im Geldverdienen erschöpft.
Ansonsten wünsche ich mir, dass Venus günstiger für mich scheint.

Der von mir angekündige Silvestermix ist schon fertig, deswegen stelle ich ihn bereits jetzt online. Es ist insofern kein Mix, als alle Videos einzeln angeklickt werden müssen (müssten). Davon abgesehen, habe ich versucht, die Stücke so anzuordnen, dass sie in der angegebenen Reihenfolge gehört werden können. Hoffentlich teilt sich eine überwiegend positive Stimmung mit, trotz der Dellen der Melancholie hier und da, trotz eines veritablen Requiems auch, Squarepushers garstigem Detroit People Mover, das einzubauen ich aus den bekannten Gründen für angemessen hielt. Der Mix endet dann aber auf einer freundlicheren Note. Viel Vergnügen!

*** John Cage Music for Carillon No. 1 *** Squarepusher Terminal Slam *** The Beatles Tomorrow Never Knows *** The Beatles Eleanor Rigby *** Goat Girl The Man *** Nilüfer Yanya Heat Rises *** Cibelle Deixa *** Nana Yamato If *** Cate Le Bon Daylight Matters *** Goat Girl I Don’t Care *** Mary Halvorson’s Code Girl Mexican War Streets *** Luise Volkmanns Été Large O Di Da Rock *** Róisín Murphy If We’re in Love (Matthew Herbert’s Lovers Remix) *** Róisín Murphy Sow Into You (Live from BBC Sessions) *** Billie Eilish No Time to Die *** Yelle Menu du jour *** Yelle Interpassion *** Cate Le Bon Wonderful *** Aldous Harding Weight of the Planets *** Lianne La Havas Paper Thin *** Kaki King Bowen Island *** Kaki King Forms of Light and Death *** Squarepusher Detroit People Mover *** Dua Lipa Tiny Desk (Home) Concert *** ***

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Playlist zur Wahl, und Street Art

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich noch heute mit einer Schrottpresse durch die Straßen fahren und alle SUVs zusammenfalten.
Schrott ist ein niederrheinisches Wort, siehe Wikipedia.
Ich denke an Césars hydraulisch zerquetschte Autos. Er hat das schon 1960 gemacht. – Bei dieser Gelegenheit auch Gruß an Wolf Vostell, der anlässlich seiner Skulptur Ruhender Verkehr (1969) erklärt: „Das Auto in Zement einzufrieren ist eine Möglichkeit, mit dem Auto umzugehen […].”

Vostells Berliner Arbeit Zwei Beton-Cadillacs in Form der Nackten Maja von 1987 dagegen leider weniger überzeugend.

„Mehr als eineinhalb Millionen unerforschte Virenarten leben weltweit in Wildtieren und wenn es ganz schlecht kommt, könnten 850.000 davon auf Haustiere oder Menschen überspringen”, referiert in einem Kommentar zum Bericht des Weltdiversitätsrats die Wirtschaftsredakteurin des Deutschlandfunks Jule Reimer, nachzulesen hier. Just so you know. Und jetzt wähle: Noch weitere hundert Jahre Straßen und Flugverkehr und Intensiv-Landwirtschaft, oder doch mal wieder Wald und Wiesen, nicht bis ins letzte ausgebeutete Böden?
Die politisch Verantwortlichen, die ihre Weiterbeschäftigung in der Wirtschaft nicht gefährden wollen, wenn ihre politische Laufbahn einmal zu Ende geht, wird der Warnruf selbstverständlich nicht erreichen, und, tut mir leid, solange sie sich weigern, verantwortlich zu handeln, muss ich jenen Störenfrieden Recht geben, die sich von Autobahnbrücken abseilen, Wälder besetzen, Kunstblut vergießen und mit Sitzblockaden versuchen, die um neun Jahre verspätete Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg weiter zu verzögern (was ihnen natürlich nicht gelungen ist).
Warum hat es eigentlich so lange mit dem BER gedauert?
In einem Bericht des RBB wurde erwähnt, dass die Arbeiter jahrelang nach Stunden bezahlt wurden.

Zur Beruhigung der Nerven anlässlich der Wahlen in den USA hier eine kleine kommentierte Musikauswahl, die nicht unbedingt themenbezogen ist, außer dass die meisten Stücke von US-amerikanischen Künstlerinnen und Künstlern stammen. Ausnahmen sind Snakefinger (England) und Yelle (Frankreich). Die Reihenfolge des Hörens – wer den Wunsch hätte, alle Stücke zu hören – ist frei, aber Thelonious Monks Hymne sollte als erstes gespielt werden, um den dem Anlass angemessenen feierlichen Ton zu setzen.
Ich habe die Stücke so ausgewählt, dass (hoffentlich) ein positiver Vibe überwiegt.

Teddy Charles Laura (1957)
Teddy Charles, einer der Leute, die in den 50er Jahren Improvisation und Komposition verbunden haben, eher zulasten der improvisierten Teile, was Charles Mingus genervt hat, der hier sehr schön Bass spielt. Die Platte, auf der das Stück enthalten ist, trägt den Titel Word from Bird.
Miles Davis & Milt Jackson Quintet Changes (1955)
Ein entspanntes Stück, mit einem feinen Klaviersolo am Schluss von Ray Bryant.
Bill Frisell Is It Sweet? (1992)
‚Amerikanische’ Musik, ziemlich clean (klinisch) gespielt und aufgenommen, aber doch schön und als Auslöser innerer Bilder sehr gelungen.
Dizzy Gillespie Something In Your Smile (1967)
Dizzy Gillespie als Sänger. Meine Lieblingszeile: „Something in you is everything that I never knew before …”
Angel Olsen California (2017)
Ich hätte auch ein anderes Stück aus Phases wählen können, z.B. „For You” oder „How Many Disasters”, aber hier kommt Angel Olsens ein bisschen meckernder, ein bisschen schluchzender Gesang gut zur Geltung, und es gibt auch einen kleinen Blueseinschlag, den ich sehr mag.
Annette Peacock Pony (1972)
Nicht Annette Peacock vergessen!
Nina Simone Baltimore (1978)
Noch ein Klassiker. In Baltimore sieht’s heute hoffentlich besser aus, aber weiß man’s?
Snakefinger Bring Back Reality (1982)
Wegen des Titels, klar, aber auch sonst sehr cool.
Solange Rise / Weary (2016)
Solange hab ich ganz gern. Das Überkandidelte und auch Übersexualisierte, das sonst in ihrer musikalischen Familie anzutreffen ist, fehlt ihr weitgehend. Sie scheint ein vergleichsweise nüchterner Patron zu sein, mit einem guten Geschmack. Aaliyah ist ja leider tot, aber Aaliyahs zurückhaltender Gesangsstil lebt hier weiter.
Sun Ra Retrospect (1984)
Sun Ra hat bei einem Fernsehauftritt dieses Stück (aus dem Album Nuclear War) mit dem – positiven, friedenschaffenden – Potential der Menschheit in Verbindung gebracht, also ein must nicht nur für diese Wahlnacht.
Lennie Tristano Lullaby Of The Leaves (1965)
Von Lennie Tristanos Klavierabend gibt’s noch mehr Material im Internet, jeden Clip guckt man sich gefesselt an. Herbst ist ja jetzt.
James Blood Ulmer Are You Glad To Be In America? (1980)
Im Kontext dieser Playlist eines der wildesten Stücke. Der mittlerweile 78-jährige Gitarrist hat denselben Song mindestens noch einmal aufgenommen, Link folgt.
Yelle Émancipense (2020)
Ganz ganz ganz ganz selten höre ich elektronische Tanzmusik, z.B. Yelle, hier aus ihrem jüngsten Werk.
Lester Young, Roy Eldrige and Harry Edison Please Don’t Talk About Me When I’m Gone (1958)
Lester Young spielt recht müde, es ging ihm auch nicht gut, aber ich will keine Note verpassen. Die anderen Musiker unendlich rücksichtsvoll, ziehen nach Pres‘ Solo langsam das Tempo an – rührend!

Solve problems, then decorate

[Aufschrift auf einer Stofftasche]

„Liebe Runde,

niemand außer Meinolf hat sich bereit erklärt zum Stammtisch zu kommen, daher sage ich hiermit unsere Oktober-Sitzung leider ab.”

Die SWR2-Sendung Extinction Events, die heute noch online ist, werde ich mir ein zweites Mal anhören. Nicht nur konnte ich mir bis dahin nicht bekannte Komponistinnen – und einen Komponisten – entdecken: Malin Bång, Ying Wang, Julia Mihály, Ole Hübner. Auch die Thematik ist denkbar aktuell (und wird aktuell bleiben).

Uns ist eine schlechte Prognose gestellt worden:
„Die Welt hat ohne den Menschen begonnen und sie wird ohne ihn enden.” – Claude Lévi-Strauss, 1955.

Sicher werde ich Mountain & Maiden (2020) von Sarah Nemtsov noch einmal nachhören (aber wo kann ich das?), das kein pures Musikstück ist, sondern ein Film-Musik-Hybrid:
„Ein Film von Shmuel Hoffman & Anton von Heiseler mit einer Komposition von Sarah Nemtsov für Keyboard solo (mit verstärktem Klavier und Stimme)”, so der vollständige Titel.
Der Berg ist ein rauchender Müllberg in Indien, auf dem ein Mädchen seiner Arbeit nachgeht: Müll sortieren. Dirk Wieschollek, der Autor der Sendung, wies darauf hin, dass der Titel eine Anspielung auf Schuberts „Der Tod und das Mädchen” ist.

Terminal X – Building Our Future (2020) von Julia Mihály und Maria Huber mischt sich aktiv in die Proteste gegen den geplanten (und beschlossenen) Ausbau des Frankfurter Flughafens ein, dem von Ministerpräsident Volker Bouffier so genannten „Herzmuskel der Wirtschaft”, der gepflegt werden müsse.
Bei der Uraufführung wurde der Frankfurter Stadtwald „mit einer mobilen Performance ‚besetzt’, um dort anhand von Musik und Bewegung der Kritik gegen die Flughafen-Erweiterung einen künstlerischen (Klang)Raum zu geben.”
Die Sendung bringt einen Ausschnitt, bei dem eine E-Gitarre über den Waldboden gezogen wird – die Idee der E-Gitarre als Protest-Instrument verbindend mit dem Bild der von Polizisten weggeschleiften Demonstranten, wie Wieschollek anmerkt.

Meine Vertretungswoche bei Shakespeare & Company ist vorbei, es war ziemlich anstrengend: fünfzig Stunden Arbeit, dazu zwölf Stunden Fahrtzeit.
Heute ist Entspannung angesagt: Kaffee und Kuchen mit meinen Berliner Geschwistern im Café Buchwald.