Der gute Konsument

Im Supermarkt sieht man Leute.
Gestern im Treppenhaus:
– Gehst du noch einkaufen?
– Ja.
– Viel Spaß!
Es gibt hier eine Ernst Thälmann-Straße, kann man vielleicht auch mal umbenennen. Wie hieß die vorher? Wichtiger wäre allerdings, das koloniale Erbe aufzubereiten: Tear this down – Kolonialismus jetzt beseitigen. (Siehe auch: „Eine Deutschlandkarte kolonialer Straßennamen”, Simone Dede Ayivi im Gespräch mit Timo Grampes, Deutschlandfunk Kultur, 25.6.2020.) Ich nehme es nicht direkt als ‚mein‘ Thema wahr, sehe aber ein, dass es wichtig ist, daran zu arbeiten.
Leute habe ich auch so gesehen, Freitag abend am Mexikoplatz und Samstag, als ich bei einer Freundin zu einem kalten Abendessen eingeladen war, ich und noch jemand, den ich kenne. Beim Italiener saßen die Masken, wenn überhaupt getragen, eher symbolisch auf dem Gesicht – ein laxer Umgang mit Vorschriften, den ich skeptisch sehe, wenn auch die Ansteckungszahlen in Berlin, und erst recht in Brandenburg, keinen Grund zur Besorgnis zu geben scheinen.
Ich schreibe hier, weil sonst keiner schreibt.
Die längeren Stücke in Ann Cottens Lather in Heaven habe ich ausgelassen, weil es Übersetzungen von Texten sind, die schon in Der schaudernde Fächer enthalten waren, voilà. Die kürzeren will ich noch einmal lesen. Ich hatte darauf verzichtet, Anstreichungen zu machen, aber Lesen geht so nicht.
Den Anspielungen nachgehen: Heinrich Isaacs Innsbruck, ich muss dich lassen. Innsbruck, I must die laughing. Monthy Python, The Funniest Joke in the World (1969). Strange Fugue -> Strange Fruit? (Billie Holiday, 1939). Majakowski kommt auch vor.
Ein Gedichtbuch ist schnell gelesen, aber das täuscht.

Ich will mir noch ein bisschen Spielzeug anschaffen: einen Cassettenrecorder und Tischlautsprecher, damit ich Audiodateien und Radio über Boxen hören kann.

Ein Wort zu Blaue Giraffen. Mir gefallen die Animation von Sundeep Toor, das farbenreiche, energetische Saxophon von Luise Volkmann, die Nähe zum Punk, und natürlich das Engagement für den Erhalt von Artenvielfalt.

Zum Schluss bot uns die Gastgeberin Kaffee an, aber sie hatte keine Milch da, und der Kaffee war Carokaffee.

Fischsuppe war aus

Fischsuppe war aus, und Uli konnte sich zu meiner Überraschung nicht erinnern, das Buch je dagehabt zu haben und erklärte glaubhaft, Wolfgang Welt nicht zu kennen, was ist das für einer, lass mal sehen. Aber Doris hilft hat geholfen. Das war zwar auch nicht da, aber immerhin schnell zu beschaffen, ich hol’s mir nachher ab. Vielleicht ist dann auch Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe da, das hatte Meldenummer 15.
Montag war also nichts mit Welt, ich hab mir stattdessen Umsonst und draußen mitgenommen und auf ein Zettelchen Morgens leicht, später laut (1 x Meinolf) notiert, das Libri schon ausgelistet hatte, und in die kleine Box mit Verlagsbestellungen gesteckt, für Herrn Cordes, den Verlagsvertreter.

Meine Mitbewohnerin fragte nach dem Gewitter gestern. War nicht so doll, sagte ich. Nicht? staunte sie. Sie sei besorgt gewesen, als sie beim Nachhausekommen die Feuerwehr in unserer Straße sah.
Zwei Häuser weiter ist eine Kiefer umgeknickt.
Ob ich nächstes Mal daran denken könne, die Fenster im Keller zu schließen (das nächste Mal ist heute). Mach ich, sagte ich. Hab ich schon, meinte sie.

16.73 Sekunden Dauer hatte der längste je gemessene Blitz.

Ich bin begeistert von Tomeka Reid und ihrem 2019er-Album Old New – Dank an Lily, in deren Sammlung ich Old New gesehen hatte. Da werde ich sicher weiterhören.

Kratzer Schrammen Beulen Rost

Dieser Vers, der von einem Lieferwagen durch die Stadt gefahren wird, hat mir schon gefallen, als ich noch in der Perleberger Straße 41 in Moabit wohnte. Dann klebte die neue Mitbewohnerin, sie spielt jetzt eine Nonne in einer ARD-Serie mit Fritz Wepper als Bürgermeister, auch andere Sachen, ihren Namen unten an die Klingel, wenig später kam ein Brief von der Hausverwaltung mit Beweisfoto, und das war’s dann mit unserer WG, in der wir am ersten Abend mit Grubenlampen umhergelaufen waren, weil die Elektrizität noch nicht angeschaltet war, das dauerte ein bisschen, war ja auch Wochenende, sone Sachen sind immer am Wochenende. Diese Mitbewohnerin, so sehr sie mich auch genervt hat mit ihrer Jugendsprache und ihrem lauten Rollenstudium, ich hab nix gegen sie, aber den Namen an die Klingel zu kleben, das war schon sagenhaft dumm, na ja. Übrigens war sie eine sehr gute Autorin, hat das aber für sich behalten. Das ist legitim, aber schreiben soll sie trotzdem. Vielleicht treffe ich sie noch mal am Kleistpark, sie und ihren Freund Dargelos, französisch gesprochen, Dargelos, dann sag ich’s ihr, aber ich hab’s ihr schon gesagt, sag ich allen, die schreiben, wenn sie gut sind. Ich hoffe, Du liest das hier, Drittgedanke!
Kratzer Schrammen Beulen Rost, das spricht mich an.
Lieber ein eckiges Etwas als ein rundes Nichts: das auch. Hebbel. Vielleicht muss ich gar nicht mehr von Hebbel lesen als diesen Satz.
Ja, ja, ja, ja, ja.
Nä, nä, nä, nä, nä.
Auch eine ewige Wahrheit.
Alle Namen sind erfunden, außer die berühmten.
Nachts durchs Treppenhaus laufen war auch schon mal einfacher. Seit wann macht Kleinmachnow seine Laternen nicht mehr an, und warum? Vielleicht Insektenschutz, dann sag ich nichts. Jede Maßnahme, die geeignet ist, die menschheitsalte Versündigung an den Tieren abzubüßen, soll mir recht sein.
Die Platte Old New (2019) des Tomeka Reid Quartet, die ich beim Scrollen durch Bandcamp entdeckt habe, wo jemand anders sie entdeckt hatte und noch jemand anders, und jemand anders davor usw., kann ich unbedingt empfehlen. Fünf Sterne!
Kurz nach vier. Senile Bettflucht.

dissing zebras

Nun, da ich glücklich meinen Arbeitsplatz zu Hause hergerichtet habe – nächste Woche werde ich von hier aus arbeiten -, hat, pünktlich zum Wochenende, der altgediente Bildschirm meines PC seinen Geist auf- oder zu erkennen gegeben. Das Bild löste sich in eine Farbwolke auf, die sich zu verzerrten horizontalen Linien fügte. Kein Drama. Schwerwiegender ist, dass meine früheren Arbeitgeber (≠ Geldgeber) den Server gewechselt haben und mir dies erst nach erfolgtem Wechsel mitgeteilt haben. Theoretisch hätte ich meine Mails vielleicht noch retten können, praktisch aber kam die Nachricht zu spät, so dass nun meine sämtliche Korrespondenz seit Anfang 2012 verloren ist. Um Späßen dieser Art künftig vorzubeugen, habe ich jetzt ein Mailkonto bei Posteo eingerichtet – überraschenderweise eine Sache von nur zwei Minuten.

[Hier war ein Video von Tomeka Reid.]

Freitag war ich lange auf. Es gab eine Lange Nacht zu Wolfgang Welt, das ging bis 3 Uhr (beinahe Wildschweinzeit: sie waren gegen 4.30 Uhr hier eingebrochen). Zum Nachhören: „Ich schrieb mich verrückt.” Die Lange Nacht über den Schriftsteller Wolfgang Welt.
Mein Bruder B. hatte die Zusatzinfo, dass der Autor der Sendung, Martin Willems, aus Kevelaer stammt. Hey!
Jetzt muss ich natürlich auch mal was von Welt lesen, kenne ihn ja nur dem Namen nach. Im Laden haben wir das Buch, das Pit Engstler gemacht hat, Welts letztes, damit geht’s los.

Per Newsletter erfuhr ich von einem Soloauftritt von Charlotte Greve (Lisbeth Quartett, Wood River) bei Art Is Live, „a platform to show the work of a collective during the quarantine”, aus ihrem New Yorker Wohnzimmer gesendet, den ich mir zeitversetzt angesehen habe: Charlotte Greve [20.6.2020].

Hab ich sonst was zu erzählen?

Oben ein Beispiel für ‚Cello im Jazz’. Seit meinem einmaligen (okay: zweimaligen) Mitspielen im Neuköllner Streichquartett der Dichterin, des Komponisten und der Schriftstellerin habe ich mein Cello nicht mehr angerührt. Nein, stimmt nicht. Danach habe ich noch einige wenige Male mit Bertram Musik gemacht, hier, Im Dickicht.

Cosy Wasch

Jetzt komme ich langsam aus meiner Covid-19-Depression heraus, die mich vielleicht einen Monat lang gefangengehalten hatte. Ich kommentiere wieder den Verkehr, ein gutes Zeichen. Heute beobachtete ich mich, wie ich einem SUV-Fahrer, der sich auf der Rigaer Straße breitmachte, hinterhersagte: „Na, hast du genug Platz mit deiner scheiß fetten Karre?” Rede ich so? Offenbar ja. Lieber begrüße ich die Tierwelt. „Na, Täubchen? Lass was über.” Die Wildschweine, die in unserem Garten die Blumenzwiebeln gefressen haben, habe ich aber nicht begrüßt, sie kamen auch spät, übrigens kurz nachdem die Wildschwein Info im Briefkasten lag, da schlafe ich normalerweise. Nur einmal wurde ich wach, als sie mit Radau das Tor zum Garten aushebelten. Bei dem anderen Tor hatten sie bei früherer Gelegenheit einfach die Klinke heruntergedrückt, nach Menschenart. Schlau sind sie! Vorm Fenster sah ich dann zwei der Genossen im fahlen Licht ‚grasen‘, Jung und Alt. Possierlich durchaus! Das war vorletzte Woche.

Im übrigen habe ich eine Woche lang in Charlottenburg Pflanzen gegossen und fand es wunderbar, einmal für längere Zeit allein zu sein.
Mit Französisch habe ich mich weiter regelmäßig beschäftigt und mir von déboulonner (vom Sockel stürzen) bis trésorier municipal (Stadtkämmerer) allerlei Wörter aufgeschrieben. Richtig muttersprachliche Skills – geschweige denn Mimik wie hier bei Aymeline Valade – werde ich wohl nicht hinkriegen, aber egal, it’s about progress, not about perfection, wie es bei Duolingo heißt.

Ich warte auf die drei Hefte von Transistor.
Donnerstag traf ich mich mit zwei Freunden auf ein Bier vor dem Slumberland in Schöneberg – ein Ereignis.

Na, wat säste?

„Na, wat säste?”, sprach ich zur Kiefer hinauf, als ich mein Radel durchs Eingangstor schob.
„Krah krah.”
Das Tor ist klein, und Törchen würde es besser treffen.
„Wir müssen Formen finden, in die wir mühelos alles, was es auf der Welt gibt, hineintun können”, zitiert Florian Neuner seinen Schriftstellerkollegen Peter O. Chotjewitz. Das finde ich ein gutes Programm.
Ich habe beschlossen, dass ich nicht dauernd Angst vor Krankwerden haben kann – habe ich auch nicht, wenngleich mir das Virus Respekt einflößt -, deshalb werde ich nächste Woche vom Büro aus arbeiten.
Die Firma hat es nicht eilig, uns alle wiederzusehen, möglich, dass ich in zwei Wochen schon wieder zu Hause bin, oder mal so, mal so, im Wechsel.
Auch in der Buchhandlung werde ich wieder anfangen.
Hier mache ich weiter regelmäßig meine Übungen bei Duolingo.
Deutlich höher das Sprachniveau beim ARTE Journal. Fünf Minuten länger als die Tagesschau, bietet es ein thematisch breiteres Spektrum als diese, ist internationaler ausgerichtet. Ich habe ziemlich viel herumgeklickt, um herauszufinden, dass meine Lieblingssprecherin Dorothée Haffner heißt.
(Es wird Robert nicht gefallen, dass ich wieder so viel verlinke.)
Ich habe auch angefangen, Call My Agent zu gucken, ebenfalls auf Französisch. Unmöglich, alles zu verstehen, aber ich kann folgen. Die erste Staffel habe ich allerdings verpasst, und die zweite verschwindet auch allmählich wieder aus der Mediathek. Wie auch immer: prima gemacht!
Das alles ersetzt keinen Frankreich-Aufenthalt, aber den sehe ich erst mal nicht kommen. Wahrscheinlich fehlt mir der Mut.
Bei Adrian habe ich zwei Bücher bestellt, die schon lange auf meiner Vormerkliste stehen: rost und kaffeesatz von Nora Zapf und Ohne Kosmonautenanzug von Karin Fellner.

Espressokocher „Venus“

Gestern hatte ich kurz den Impuls, mich wieder bei Facebook anzumelden. Denn das digitale Wohnzimmer, in dem alle zum Quatschen zusammenkommen, ist ja nicht WordPress. Aber ich weiß nicht. Wahrscheinlich würde mich Facebook ebenso (wieder) enttäuschen wie mich Twitter enttäuscht hat oder wie mich WordPress enttäuscht.
Besser wäre es sowieso, eine andere Utopie zu verfolgen: die der Briefe und Postkarten, der Handschrift, der Tintenkleckse und gezahnten Briefmarken, der Zustellungsdauer / Vorfreude / Überraschung.

An anderer Stelle habe ich schon erwähnt … ich kann diese Stelle nicht wiederfinden …, dass ich es für einen überlebensnotwendigen Akt des Widerstands ansehe, sich immerzu mit intelligenten, sperrigen, herausfordernden, leisen, abseitigen Dingen der Kultur zu beschäftigen. Denn wir haben (auch) im Jahre 2020 beunruhigend viele Schwachköpfe in Machtpositionen , und deren zerstörerische Energie muss in Schach gehalten und nach Möglichkeit unwirksam gemacht werden.
In diesem Sinne hier ein Stück aus dem im Januar erschienenen Album Reckon des Jim Black Trios, mit Jim Black, dr, Elias Stemeseder, p, und Thomas Morgan, b. (Auch Bach und Purcell sind erlaubt, oder Sleater-Kinney, ganz nach Belieben.)

[Jim Black Trio, Spooty and Snofer – Video gesperrt]

Am Nachthafen

Dies Heftli von Erich Auerbach, das ich da neulich gelesen habe – ich hab’s nur teilweise verstanden. Das ist eine Gelehrsamkeit, von der ich mit meiner Durchschnittsintelligenz unwiderruflich abgeschnitten bin (nicht, dass ich jemals an sie angebunden gewesen wäre!), also: halbe Seiten mit Zitaten in lateinischer Sprache, einmal ein altgriechisches Wort (in griechischer Schrift), bei den Zuhörern und Lesern als bekannt vorausgesetzt, dazu anspruchsvolle Literaturhinweise à la „Den Romanisten unter meinen Hörern ist gewiß der Rosenroman gegenwärtig” … Ist er? Gewiss? Welcher Zuhörer konnte das 1953 bejahen, welcher könnte es 2020?
Typologische Motive in der mittelalterlichen Literatur war zuerst ein Vortrag („Schriften und Vorträge des Petrarca-Instituts Köln”, Heft 2, 2. Auflage, Scherpe Verlag, Krefeld 1964), übrigens gut lesbar, von den genannten Schwierigkeiten abgesehen. Allerdings muss ich mich fragen, ob mich das Thema so doll interessiert. Ich hatte mir, als ich das Büchel kaufte, vermutlich irgendeine Dante-Erhellung erhofft, und Dante kommt natürlich auch vor, aber auch ‚dunkle’ Gestalten wie Notker Balbulus (never heard) oder Alanus de Insulis (same). Na ja, trotzdem immer beeindruckend, wenn jemand so selbstverständlich im Bildungsgarten wandelt und nebenbei den akademischen Disput pflegt: „Was C. sonst dort S. 31 zu der Stelle sagt, ist nicht zuverlässig.”
C. ist Ernst Robert Curtius.
Meine Mitbewohnerin führt rumpelnd den fauchenden Staubsauger durchs Treppenhaus. So viel zu meinen Schreibumständen.
Von den Schreibumständen eines Erich Auerbach kündet, dezent in den Fußnoten verborgen, der Publikationsort „Istanbul, 1944”.

Bandcamp reicht die Einnahmen aus den heutigen Verkäufen (gilt noch bis Mitternacht) eins zu eins an die Künstler weiter – nicht zum ersten Mal. Sehr löblich!
So richtig die Spendierhosen angezogen habe ich mir trotzdem nicht, nur ein Mini-Album der Londoner Dichterin Kate Tempest (Bad Place For A Good Time) und eine CD des Schweizer Bassisten Luca Sisera und seiner Band ROOFER gekauft (Starlex Complex), auf welch letztere ich eher zufällig gestoßen bin.
Ich erinnere mich, dass Soundcheck-Moderator Andreas Müller einmal sagte, das Erbe von Blue Note werde nicht von Blue Note weitergeführt, sondern von kleinen, unbekannteren Jazzlabels. Eins davon ist nWog Records, das auch hinsichtlich der überragenden Covergestaltung dem berühmten Paten aus New York (und Reid Miles) das Wasser reichen kann.

Am Nachthafen, da hab ich mich verguckt, als ich bei mäßigem Kühlschranklicht sehen wollte, wo der Käse eigentlich herkommt. Es kann aber nur die Konfektionierstelle gewesen sein, denn es ist ja ein französisches Produkt! Und am Ende war es natürlich auch nicht Nachthafen (schade!), sondern Yachthafen.

Ist dies jetzt ein „Original”, wie Robert es verlangt hat? Ich bzweiefel es (und hab hier zur Lockerung, von der ja zur Zeit mit nervenraubender Stetigkeit die Rede ist, die Buchstaben ein bisschen durcheinandergewürfelt).

These are hard times to fall in love

Zur Feier des nahenden Wochenendes – und weil man sich ja irgendwie bei Laune halten muss – habe ich meine Bandcamp-Sammlung um das Debütalbum von Cate Le Bon, Me Oh My (2009), erweitert (und bereichert). Auf das schöne Artwork musste ich aber verzichten und mit Fraktur vorliebnehmen.
Beim Hören fühle ich mich an Neil Youngs After The Gold Rush (1970) erinnert, stimmungsmäßig. Das wäre kein schlechtes Vorbild, sollte es eines sein.
Hier ein Stück aus Me Oh My, Shoeing The Bones (dem auch die Überschrift entnommen ist – oder sollte ich mich verhört haben?), und danach ein auf Walisisch gesungenes, das ursprünglich auch auf die Platte sollte, um der Geschlossenheit willen aber herausfiel.
Cate Le Bon ist super, ich sag’s nur.
Zu beiden Songs gibt es auch Videos mit laufenden Bildern: hier ein Film, da ein Fernsehauftritt, beides sehenswert. Hier eingefügt nur die Standvideos.

Von der Verwandtschaft habe ich ein nagelneues Telefon bekommen.
Die SIM-PIN, die zusammen in einem Umschlag mit der neuen SIM-Karte hier eintraf, hat das Gerät aber leider nicht angenommen. Offenbar verlangt Android nach einer Geräte-PIN.
Heute in der Mittagspause bin ich mit aller Vorsicht zu einem Telefonladen am Teltower Damm geradelt [in einer früheren Version stand: Machnower Damm]. Dort hatte ich es mit lauter leichtsinnigen Zehlendorfern zu tun, die sich auf Straße, Rad- und Gehweg tummelten, so als wäre schon wieder alles in Butter. Weit gefehlt! Ich sehe Tote auf uns kommen, und zwar in rauhen Mengen! Leider haben nicht alle einen Blick für den Tod. Man kann aber Gift darauf nehmen, dass dies umgekehrt nicht gilt. Was soll ich sagen.
Aber im Telefonladen habe ich mich sicher gefühlt, ich war der einzige Kunde, und ich blieb zwei Meter vor dem Plexiglas stehen. Doch mit einer Geräte-PIN konnten sie auch nicht dienen, Rücksetzen auf Werkseinstellung dito, da könne ich aber zum Phonedoctor in Steglitz. Gut, das ist dann morgen an der Reihe.

Ostertorte aus Kampanien

Die habe ich Samstag gebacken. [Foto folgt.] Eine Freundin hatte vorgeschlagen, spazierenzugehen oder -zufahren, wir trafen uns am S-Bahnhof Zehlendorf, aber dann fand sie die Kuchenaussicht schöner als die, zum Wannsee zu radeln, und so schoben wir unsere Räder so lange, bis sie mit dem Milchkaffee fertig war, während ich meinen Espresso längst ausgetrunken hatte, und dann fuhren wir ohne weiteren Umweg zur Kuchentafel.

Die kleine Kaffeepause auf den Stufen zum (geschlossenen) Steakrestaurant („seit 1968”) habe ich später in dem einen Punkt bedauert, dass ich bei der Gelegenheit mein Telefon abgelegt hatte – und dann, beim Aufbruch, nicht wieder aufgehoben, was mir aber erst am späten Abend bewusst wurde. Ich bin dann zurück nach Zehlendorf – bis auf Hundehalter mit ihren Hunden der einzige Verkehrsteilnehmer weit und breit -, wo das Telefon aber natürlich nicht mehr lag – zum Glück kein teures Teil, aber doch eines mit vielen Telefonnummern und Textnachrichten.
Auf dem Rückweg ein Fuchs, immerhin!

Eine Maske habe ich übrigens auch gekauft, 7.50 Euro hat sie gekostet. Ob der qua Amt wirtschaftsfreundliche Minister Altmaier den künftigen deutschen Maskenherstellern eine Preisobergrenze einziehen wird, wenn er schon so nett ist, eine Mindestabnahmemenge zu garantieren? – Wird die auch bei 7.50 Euro liegen, oder eher bei 14.00 Euro? – Teuer wird es so oder so. Doch wird’s auch nützen? Non si sa.

In puncto social distancing war ich dies Wochenende nicht vorbildlich, aber ich kann es vertreten.

Ich habe mir etwas aus dem Vorprogramm von Lady Gagas ausgedehnter Musiksendung angesehen und wollte auch den Hauptteil gucken, aber als ich aufwachte, war es schon halb fünf. – Sehr gutes Timing von ihr, das Ding einen Tag nach Mister Gagas Ankündigung auf die Beine zu stellen, die Weltgesundheitsorganisation nicht länger zu unterstützen. Und es ist nicht das geringste Verdienst von One World: Together At Home, den nichtswürdigen Trump acht Stunden lang stummgestellt zu haben.

Im Firmenchat teilte jemand diesen I miss the office-Link:
https://imisstheoffice.eu/
Man kann die Zahl der Kollegen wählen (0 bis 10) und auf einzelne Teile der Büroausstattung klicken – Kopierer, Wasserspender, Tastatur, Sessel – und auf diese Weise eine Art Büro-Illusion herstellen.