Ostertorte aus Kampanien

Die habe ich Samstag gebacken. [Foto folgt.] Eine Freundin hatte vorgeschlagen, spazierenzugehen oder -zufahren, wir trafen uns am S-Bahnhof Zehlendorf, aber dann fand sie die Kuchenaussicht schöner als die, zum Wannsee zu radeln, und so schoben wir unsere Räder so lange, bis sie mit dem Milchkaffee fertig war, während ich meinen Espresso längst ausgetrunken hatte, und dann fuhren wir ohne weiteren Umweg zur Kuchentafel.

Die kleine Kaffeepause auf den Stufen zum (geschlossenen) Steakrestaurant („seit 1968”) habe ich später in dem einen Punkt bedauert, dass ich bei der Gelegenheit mein Telefon abgelegt hatte – und dann, beim Aufbruch, nicht wieder aufgehoben, was mir aber erst am späten Abend bewusst wurde. Ich bin dann zurück nach Zehlendorf – bis auf Hundehalter mit ihren Hunden der einzige Verkehrsteilnehmer weit und breit -, wo das Telefon aber natürlich nicht mehr lag – zum Glück kein teures Teil, aber doch eines mit vielen Telefonnummern und Textnachrichten.
Auf dem Rückweg ein Fuchs, immerhin!

Eine Maske habe ich übrigens auch gekauft, 7.50 Euro hat sie gekostet. Ob der qua Amt wirtschaftsfreundliche Minister Altmaier den künftigen deutschen Maskenherstellern eine Preisobergrenze einziehen wird, wenn er schon so nett ist, eine Mindestabnahmemenge zu garantieren? – Wird die auch bei 7.50 Euro liegen, oder eher bei 14.00 Euro? – Teuer wird es so oder so. Doch wird’s auch nützen? Non si sa.

In puncto social distancing war ich dies Wochenende nicht vorbildlich, aber ich kann es vertreten.

Ich habe mir etwas aus dem Vorprogramm von Lady Gagas ausgedehnter Musiksendung angesehen und wollte auch den Hauptteil gucken, aber als ich aufwachte, war es schon halb fünf. – Sehr gutes Timing von ihr, das Ding einen Tag nach Mister Gagas Ankündigung auf die Beine zu stellen, die Weltgesundheitsorganisation nicht länger zu unterstützen. Und es ist nicht das geringste Verdienst von One World: Together At Home, den nichtswürdigen Trump acht Stunden lang stummgestellt zu haben.

Im Firmenchat teilte jemand diesen I miss the office-Link:
https://imisstheoffice.eu/
Man kann die Zahl der Kollegen wählen (0 bis 10) und auf einzelne Teile der Büroausstattung klicken – Kopierer, Wasserspender, Tastatur, Sessel – und auf diese Weise eine Art Büro-Illusion herstellen.

Erinnere ein vergessenes Konzert

„Erinnere einen vergessenen Text”, hieß einmal eine paradoxe Spielanweisung des Schweizer Verlegers Urs Engeler an befreundete Schriftstellernnien (polnisch gegendert), aus deren Ergebnissen dann ein Buch geworden ist. Ich kenne es nur dem Titel nach. – Natürlich war die Vorgabe gewesen, vor dem Schreiben den vergessenen Text nicht erst noch einmal zu konsultieren.
Wollte ich meine Berichterstattung vom Ultraschall Berlin Festival unter dieser Maßgabe fortsetzen, wäre ich vermutlich schnell damit fertig. Zunächst fiele mir einiges ein, was nicht direkt mit der Musik zu tun hat, z.B. mit wem ich da war (L.), wen wir getroffen haben (Rumiana, Viola, Axel, Gernot, auch Achim?), wovon unter anderem die Rede war: den alten Vater in der Kur abgeben, Blick auf den Watzmann …, das Pausengespräch des Musikredakteurs mit der Komponistin mit dem Doppelnamen, die auf eine Krücke gestützt die Stufen zur Bühne erklomm und einen sehr vifen Eindruck machte, ihr Stück hatte „fire” im Titel. Eine Paetzoldflöte kam wieder vor, und wahrscheinlich ein Cembalo. Und gab es nicht noch ein zweites Komponistinnengespräch? (Es wurden ja überhaupt nur Werke von Komponistinnen gespielt.)
Das war mit Elena Mendoza. Es ging um Integration und Desintegration und die Frage der Perspektive. Einige der Instrumente waren präpariert, aber die Verfremdung im Gesamtklang aufgehoben. Dann gab es auf einmal einen Tisch und einen Mimen – oder stand der Tisch von Beginn an da? Der Mime ging zu den präparierten Instrumenten hin, nahm ihnen die Gegenstände der Präparation weg (sie waren ja gar nicht aufgefallen!) und exponierte sie auf dem Zaubertisch: ein Glas, eine Flasche … was noch? Ein Tuch? Tat so, als streiche er mit dem Finger über den Rand des Glases, berührte es aber gar nicht, und einer der Musiker gab einen Klang dazu. Tat so, als entkorke er die Flasche, schenke zu trinken ein, und ein Instrument unterlegte die Geste mit einer musikalischen Geste. In ihrer ostentativen Zurschaustellung wurde die ‚Integration‘ der Gegenstände der Klangverfremdung – die ja immer noch integraler Bestandteil der Komposition waren – nicht so sehr abgebrochen als auf eine andere Stufe gehoben.
Vielleicht lässt es sich anhand eines Vergleichs erklären: Bei Übersetzungen gibt es zwei Möglichkeiten (unter den unendlich vielen Möglichkeiten). Die Übersetzung kann anstreben, das Original rückstandslos der Zielsprache anzuverwandeln, oder sie kann eine Erinnerung an die ‚Fremdheit‘ des Ursprungstextes gleichsam mitlaufen lassen. Beides sind legitime Übersetzungen, unter je anderem Vorzeichen.
Auf die Komposition von Elena Mendoza gewendet, schien es, als seien hier nacheinander beide Möglichkeiten durchgespielt worden. – So beschrieben, könnte der Eindruck entstehen, als hätten wir es mit einer furchtbar didaktischen Arbeit zu tun – doch keineswegs! Ich erinnere [Titel einsetzen] als eines der (auch konzeptuell) stärksten Werke des Abends.
Aber ich muss das Programmheft heraussuchen und mir die Sachen noch mal anhören, so wird das ja nichts.

Hier zum Schluss ein Stück von Julia Holter, die ich in ihrer übergroßen Ambition immer ein wenig anstrengend finde, ihr Album Loud City Song, das ich hierhabe, wollte ich lange loswerden, aber jetzt habe ich mich entschieden, es zu behalten und sogar wieder anzuhören, denn trotz allem habe ich Julia Holter gern und verfolge mit Sympathie, was sie macht. ¯\_(ツ)_/¯

Frohe Ostern again!

L.Z.

Gestern planmäßig den letzten Zigarillo gepafft und – wie um einer Leere vorzubeugen, die ich aber nicht einmal erwarte – angefangen, meine Bücher umzuräumen, nämlich: alle Literaturzeitschriften, Kindlers Literaturlexikon (in der billigen Lizenz-Ausgabe von Komet), Jürgen von Stackelbergs Das französische Theater (Bagel, Düsseldorf 1968), Georg Hensels Spielplan und vor allem alle Gedichte und befreundete Sachen sollen jetzt ins Gartenzimmer.
Die Lücken, die diese Umzugsaktion in die Bücherregale meines Wohnzimmers gerissen hat, kann ich wahrscheinlich mit den Büchern auffüllen, die bisher als Stapelgemeinschaft existierten und sich jetzt erstmals ein bisschen werden ausstrecken können.
Sicher werde ich auch eine Kiste für meinen Chef packen – Bücher gegen Platz, so ist unsere Verabredung, denn bekanntlich sind die Antiquariatspreise im Keller, was sollte ich da schon verlangen?
Manche Titel habe ich auch doppelt und dreifach, Ausgaben von Zwischen den Zeilen, von sprachgebunden, drei Mal einflüsterungen von seitlich (Debütband von Hendrik Jackson, vor bald zwanzig Jahren erschienen, im Berliner Morpheo Verlag, der jetzt tatsächlich lange schon schläft – ich hatte ihn in meiner Buchhandlung, hat aber keiner gekauft), die alten kleinformatigen Ausgaben der parasitenpresse und so weiter, die kriegt er aber nicht, mein Chef :-b
Im übrigen bin ich jetzt wieder in der Lage, DVDs zu gucken: ein Fortschritt! Als erstes gestern Unga Astrid (Schwedisch mit deutschen Untertiteln), ein Biopic über Astrid Lindgrens frühe Jahre, toll gespielt von Alba August. (Das war ein Weihnachtsgeschenk gewesen.) Auch CDs sind wieder über Computer abspielbar.
Jetzt muss ich noch herausfinden, wie Telefonkonferenzen funktionieren. Ich höre (und sehe, sofern sie eine Kamera eingeschaltet haben) meine Kollegen, aber sie hören (und sehen) mich nicht, oder vielleicht hat es einmal geklappt, dann aber nicht mehr, und statt zu sagen, was ich zu sagen hatte, habe ich es geschrieben und eine Kollegin hat es dann vorgelesen. Also, das scheint mir noch verbesserungsfähig. Am besten wäre es, jemand käme her und zeigte mir, wie es geht, aber das ist natürlich utopisch. Ich werde also meine Nichte noch einmal um einen Testanruf bitten und versuchen, mir zu merken, was ich in welcher Reihenfolge gemacht habe, damit das Experiment jederzeit mit gleichem Erfolg wiederholt werden kann.
Ich gehe jetzt weiter aufräumen.

Simple and Quiet Painting, 1965

Die Feministinnen unter meinen Leserinnen mögen mir bitte nachsehen, dass ich eine Fuchs-Graphik, die mir bisher als Desktop-Hintergrund diente, durch eine Abbildung des Simple and Quiet Painting(s) von Martial Raysse ausgetauscht habe (hier). Im übrigen gibt es kaum Veränderungen zu melden. Ein Wetterumschwung zeichnet sich ab, im Grün unterm Fenster gurgelt eine Biene, eine Meise kam direkt ans Fenster geflogen, guckte zu mir herein, ich hab ihr Körner und Erdnüsse in einen Blumentopf gestreut, dessen ausgetrocknete Erde schon lange keine Pflanze mehr nährt. (Daneben zwei Plastiktöpfe mit Geranien. Ich musste sie stark stutzen, nachdem sie Frost abbekommen hatten, sie berappeln sich aber wieder.)
Mein Neffe fand den optischen Eindruck zu „rummelig”, der sich aus der ungeplanten Replikation der fünf Trompeter – von Bandcamp automatisch vorgenommen – ergeben hatte, und hat deswegen nun ein neues, abstraktes Banner eingesetzt. Sieht gut aus, legt mich musikalisch auch nicht fest, was mir recht ist.
Obwohl ich sonst allergisch auf Orange reagiere, habe ich zuletzt ein orangenes Osterei von den Orielles ins Nest gelegt, Disco Volador. Hier ein Stück daraus:

Ansonsten möchte ich eine Naturbeobachtung von Monika Rinck (aus Alle Türen) festhalten. Da habe ich mich gefreut, dass jemand ein Auge und Ohr dafür hatte, und den treffenden sprachlichen Ausdruck.

das hochkante Streifen des getrockneten Laubs, / wie laut das ist

Heute mache ich Arme Ritter.

Ik eet ontbijt en lees de krant

Coole Geste vom Papst, außer der Reihe den Segen Urbi et Orbi zu spenden, auf menschenleerem Petersplatz.
Am Mauerpark hat jemand – mit dem Schriftzug „Mein Schatz!” – Gollum gesprayt, eine Rolle Toilettenpapier an Stelle des Rings, was mich an die zauberhafte Werbung für ein Durchfallmedikament erinnert, immer kurz vor der Tagesschau.
3Sat sendet heute Pop around the Clock, und wer immer der Redakteur ist, der sich dies öde Programm ausgedacht hat – die lebendige Verbindung zum Musikgeschehen muss er vor dreißig Jahren gekappt haben (Ariana Grande ist die einzige Künstlerin mit Gegenwartsbezug, soweit ich sehe – leider nicht so mein Fall). Überhaupt ist das Fernsehen mumifiziert. Weg damit!
Oder alles neu machen – wär mir auch recht. An sich mag ich nämlich das Fernsehen. Aber es ärgert mich, dass die Anstalten einen so unambitionierten Gebrauch davon machen. – Mich nerven auch die Vogelscheuchen in den Nachrichtensendungen, Ina Ruck, die ihre Augen immer so irrsinnig aufreißt, die schrullige Annette Dittert oder – ah, ich hab vergessen, wie die Berliner Schranze heißt. Um nur ein paar zu nennen.
Fernsehen also nur in geringer Dosis.
Gestern habe ich mir aber Wild von Nicolette Krebitz mit der unvergleichlichen Lilith Stangenberg angesehen. Nur ist das kein Fernsehen, sondern Kino. Und alle Talkshows sind auch kein Fernsehen, sondern Radio, Bildfunk meinetwegen – lasst die Bilder weg: geht nix verloren. Was hat das Fernsehen als Fernsehen zu bieten?

Bandcamp-Banner, von Ansgar Reul

Mein Bandcamp-Account ist jetzt soweit eingerichtet. Mein Neffe hat ein Banner gestaltet, und meine Mitbewohnerin hat ein Foto von einem schlichten „OLF”-Graffiti, das sie am Glascontainer um die Ecke gesehen hatte, beigesteuert. [PS 30.3.2020: Dieses habe ich durch einen weiteren Trompeter ersetzt, der mir heute noch nachgesendet worden ist. Keinerlei Ähnlichkeit mit mir, als Profilbild also hervorragend.] Layout_ProfilMeine Musiksammlung ist ganz klein und eklektisch, aber ein großer Sammler bin ich auch nicht, sowieso.

Da die idiotische Uhrumstellung mich wieder aus dem Rhythmus gebracht hat, werde ich heute nicht viel zustandebringen. Ein paar Runden Duolingo, Radionachrichten hören, Alle Türen von Monika Rinck weiterlesen (Wiederlektüre), Musik hören (jetzt gerade auf dem Ohr: There Is Only Make), ein bisschen aufräumen. – Montag werde ich mein Fahrrad, dessen Vorderreifen wenig Luft hat, und das jetzt am S-Bahnhof Zehlendorf im Kalten steht, zur Reparatur geben. Viel wird nicht gemacht werden müssen. Allerdings brauche ich eine Luftpumpe. Dann kann ich wochenends ein bisschen durch die Gegend juckeln, was – außer zu Hause zu bleiben – vielleicht die beste Möglichkeit ist, den Leuten auszuweichen, den unvermeidlichen.
Uli von der Buchhandlung bot mir an, zu pausieren solange ich will und dann wieder anzufangen. Nur Ende April werde ich ihn vielleicht für einen Tag vertreten, kurz nach dem Koningsdag.

Arbheit

Wenn ich mich schon sonst nicht bewege, abgesehen von den paar Schritten durch den Garten, wenn ich ein Zigarrchen paffe oder Futter nachlege – Freitag kam auch ein Eichhörnchen ganz nah ans Fenster und drechselte die Erdnüsse weg -: Liegestütze mache ich doch weiterhin, ein-zweimal am Tag. Meine Marke liegt zur Zeit bei 120 (enge) bzw. 70 (weite), falls sich jemand dafür interessiert. Nicht furchtbar viel, aber ist ja wurscht. Ich bin froh, keine Rückenprobleme zu haben.
Jetzt beglückwünsche ich mich doch dazu, das kleine Zimmer behalten zu haben. So habe ich zur Straße hin die Morgensonne/das Morgengrau und zum Garten hin die Nachmittagssonne/das Nachmittagsgrau. Und Privatheit und Arbeit (‚Arbheit‘) sind klar getrennt.
Kollege Andrii meinte, das Gartenzimmer sehe aus wie ein „writer’s retreat”, Asia stimmte zu, genau das habe sie auch gedacht. (Nur dass ich nicht schreibe, abgesehen von diesen Sachen hier, okay, und eine Kritik oder zwei im Jahr.)
Ich habe es aber wirklich glücklich getroffen, die Phase erzwungenen Rückzugs an diesem idyllischen Ort zubringen zu dürfen, und nicht in einem sechsten Stock in Neukölln oder Marzahn eingeklemmt zu sein.
Vor der Glotze bin ich derzeit wenig. Ich könnte natürlich, wegen Henriette Confurius, noch mal Die verlorene Tochter gucken, aber so toll war die Serie nicht, tut mir leid, Jette. (Sie selbst hat ja gut gespielt, aber das Drehbuch war so lala. Da haben mir Unit 42 oder Zimmer 108 mehr Spaß gemacht. Die Belgier haben’s raus.)
Dies Wochenende findet der Hackathon WirVsVirus statt. Den Teilnehmenden viel Erfolg!
Vielleicht unternimmt die Politik ja auch einmal etwas gegen die Tracking-Wut der Großen Fünf (Apple, Amazon, Alphabet/Google, Facebook, Microsoft), das würde das Internet entlasten. Netflix und Alphabet/YouTube haben schon einen kleinen Beitrag dazu geleistet.
Im großen und ganzen bin ich mit der deutschen Krisen-Politik zufrieden, sie strahlt Professionalität und Ruhe aus.

Acht Stunden Frustration

Das war gestern. Erst Bildschirm, Tastatur und Maus von meinem eigenen Computer abstecken, ins Büro tragen und mit dem Arbeitscomputer verbinden. Den ganzen Tag quälend langsames WLAN (natürlich auch größere Datenmengen im Spiel). In regelmäßigen Abständen Nachricht von Google: Something isn’t right, sekundiert von Slack: Try again. Seiten, die sich nicht aufbauen, flackrige Übertragung, on off.
In der Mittagspause Narzissen, Schokolade, Mandeln und Milch gekauft. An der Kasse ein Schild des Ordnungsamts: Abstand halten.

Hier werde ich also von nun an bis auf weiteres meine Arbeit erledigen.
Meine WFH-Tage muss ich von Woche zu Woche neu beantragen, vermutlich aus Planungsgründen – es gibt zum Beispiel einen Caterer, der nun neu disponieren muss -, jedenfalls wurden sie bis jetzt anstandslos bewilligt.
Niemand weiß, wie lange sich dieser unerklärte Ausnahmezustand hinziehen wird, vielleicht schluckt er den ganzen Sommer, und vielleicht hakt er sich auch noch in den Herbst und zieht ihn in die Gosse. Aber die Olympischen Sommerspiele in Tokyo finden statt, klar. (Im pausenlosen Kameraschwenk der Berichterstattung ein japanischer Wissenschaftler, der vermutet, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen in Japan um das Dreißigfache höher liegt als die offiziellen Stellen sagen.)

Sollte ich einen Kurzschlaf brauchen, kann ich mich aufs Sofa legen und dummeln.
Zur Zeit schlafe ich schlecht, gehe um ein Uhr ins Bett und bin um vier wieder wach. Oder ich schlafe von zehn bis eins, und dann wieder von drei bis sieben, so ungefähr. Aber das ist ja ein Luxusproblem, und heute ist es mir recht, das Wochenende ist nur einen Griff weit. Außerdem fährt um fünf vor sieben mein Bus Richtung Hohenzollerndamm: Ich wollte möglichst kurz nach Büroöffnung da sein und versuchen, früh genug wieder hier zu sein, um alles für’s Stand-up meeting vorzubereiten. Mit der – dann – Direktverbindung zum Router klappt es heute hoffentlich besser.
Es tut mir leid, dass in diesen ersten Tagen alles so holperig geht und meine Produktivität geringer ist als im Büro in Friedrichshain. Das liegt aber auch – und ich würde sagen: an erster Stelle – an der schlechten Infrastruktur. Die Politik hat sechzig Jahre lang das Automobil für die Zukunftsindustrie gehalten. Hinsichtlich der digitalen Versorgung ist Deutschland ein Entwicklungsland, zumal Brandenburg.

PS. Inzwischen habe ich den Monitor aus dem (offiziellen) Büro abgeholt, und jetzt – wiewohl immer noch kabellos – ist auch die Internetverbindung viel besser.

[Die Fotos hat meine Mitbewohnerin gemacht.]

Eine Begegnung …

… erweckt ungeahnte Gefühle und gibt Ihrem Leben eine neue Bedeutung. Finanzielle Vorschläge mit Skepsis betrachten!” – Meine Sterne vom 21.3. bis 27.3. gemäß prisma. Das Fernsehmagazin Ihrer Zeitung.

Ein kleines schönes Zimmer zum hinteren Garten, das ich wegen geringer Nutzung (Aufenthaltsdauer eine Stunde, aufs ganze letzte Jahr gerechnet) zu Juni gekündigt hatte, werde ich nun doch behalten und als Büro einrichten. Es war uns ja erlaubt worden, unseren Office-Computer mit nach Hause zu nehmen. Nun folgte auch das Angebot, einen der Monitore abzuschleppen, weswegen ich nächsten Montag noch einmal nach Friedrichshain fahren werde. Einen zweiten Monitor habe ich bestellt. Ich werde mir auch noch ein Mikrophon und Tischlautsprecher für unsere Stand-up meetings anschaffen, dann sollte ich hinreichend ausstaffiert sein. Die Lautsprecher wollte ich sowieso kaufen, Monitor und Mikro kann ich mir vielleicht von HR ersetzen lassen, es wird auch alles nicht die Welt kosten. Jedenfalls möchte ich mein Büro komplett haben, und so, dass Videoschalte möglich ist. Der Laden muss laufen.

Buchhandlungen bleiben jetzt doch geöffnet. Das ist inkonsequent und ein Fehler, aber mei. Ich werde, wie geplant, vorläufig pausieren – und hoffe, den Verdienstausfall kompensieren zu können. Die Alternative Verdienst und Krankheitsrisiko einerseits, Lohnverzicht und Gesundheitsschutz andererseits, ist natürlich merkwürdig [thinking face].

Angela Merkels Fernsehansprache. „Die Situation ist ernst, und sie ist offen”: ein guter Merkel-Satz.

Slow down

Als der Aufzug endlich kam, sagte der Mann: „Den möchte ich gern allein benutzen”, lächelte ein fieses Mona Lisa-Lächeln und war weg.
Ich nahm die Treppe in den siebenten Stock.
Am Empfang die Auszubildene siezte mich, dann duzte sie mich. Ich mochte den Wechsel.
Morgen früh halb zehn eine kleine Operation von zwanzig Minuten, örtliche Betäubung. Ich hab mir für den Rest des Tages frei genommen, „for recovery”, the vacation request has been approved.
Im Büro war ich nur noch, um den Computer und die Kabel zu holen. Nach der Arbeit habe ich wieder meinen eigenen Compi angeschlossen. Wie lange dies Arbeiten von zu Hause andauern wird – keiner weiß es.
WFH – die Abkürzung erinnert mich an eine andere Abkürzung.
In der Buchhandlung Trubel wie vor Weihnachten. Jetzt ist sie geschlossen, ich habe unbezahlten Urlaub.
Abends manchmal YouTube-Exzesse, The Voice UK, The Voice of Holland, The Voice Global.
In The Voice UK eine glänzende Darbietung von Lullaby of Birdland, hier.

Und hier mehr Musik von Miss Baby Sol.

Ich habe die Schriftgröße des Blogs auf Rat meines Neffen größer gestellt. Ist gut?

Wahrscheinlich werde ich demnächst dazu übergehen, mein Telefon von offline zu online zu schalten. (Dazu muss ich natürlich einen Vertrag abschließen.) Die Idee ist Sprachentraining über Podcasts: Französisch, Italienisch, Englisch – in dieser Reihenfolge. Und ich möchte Zeitung lesen.