Das Schmollen der Regale

Einstieg vorne, keine Graufahrt. Der Fahrer längst im Rentenalter.
Anschlussticket, wie geht denn das hier. Die Hand auf dem Display. Zwei Euro liegen auf dem Teller und wurden noch nicht eingeholt. Der Zeigefinger kann mit dem Tastenfeld nichts anfangen, dieser nikotingefärbte Finger, was wie wo. Näher rangehen, um besser zu sehen: hilft nichts.
Oder Sie nehmen mich so mit.
Ja, gehen Sie mal durch, murmelt es nach kurzem Stocken.
Der Fahrgast, wirklich jetzt, steckt die Münze wieder ein.

Die junge Frau in schwarzen Jeansshorts über schwarzen Jeans, vor dem Klappsitz am Wagenkopf lehnend – schwarzlackierte Fingernägel -, hört auf, auf dem Smartphone zu tippen und huscht in die schräg gegenüberliegende Ecke, um dem Lieferdienstmann Platz zu machen, der gerade sein Fahrrad hereingeschoben hat. Er schält sich den wattierten türkisfarbenen Transportwürfel vom Rücken und legt ihn neben das Rad. Er setzt sich, ruht ein bisschen, verrückt die Brille. Des einen Bequemlichkeit des andern Sklaverei.

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