Der Jazz ist so weiß geworden

Ich interessiere mich zwar immer noch für diese Musik, stelle aber fest, dass es schwieriger geworden ist, Jazz von people of colour zu finden. Sicher, ein Schritt zurück wäre möglich, da gäbe es viele Schätze zu heben. Aber (physisch) darankommen … schwierig. Beispielsweise würde ich gern mehr von Andrew Hill hören. Bei YouTube gibt es auch vieles, aber dasselbe als Schallplatte?
Aktuelles muss es aber doch auch geben! Möglich, dass ich einfach nicht gründlich genug gesucht habe. Ein paar Leute fallen mir ein: Tyshawn Sorey (dessen Musik mir allerdings zu ruhig ist), Nicole Mitchell, Tomeka Reid, James Brandon Lewis …

„Ich glaube, dass die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen.” – Frances Haugen, Whistleblowerin (zit. nach Der Spiegel)

Das Sondierungsteam von CDU/CSU besteht aus Armin Laschet, Paul Ziemiak, Ralph Brinkhaus, Volker Bouffier, Reiner Haseloff, Daniel Günther, Thomas Strobl, Julia Klöckner, Sylvia Breher und Jens Spahn. Wer von ihnen hat einen so guten Draht zur Bild?
Wer immer für die Indiskretionen verantwortlich ist, die gerade für Aufregung sorgen: Möge der Verräter enttarnt werden!
Nicht, dass ich ein Anhänger einer Koalition aus Union, Grünen und FDP wäre. Im Gegenteil, ich bin gelinde entsetzt, dass sie überhaupt erwogen wird, schließlich haben CDU/CSU 8,9% der Stimmen gegenüber der letzten Bundestagswahl eingebüßt (und die SPD 5,2% hinzugewonnen), und sie hatten sechzehn Jahre lang Zeit, das Land zu modernisieren, den Klimaschutz voranzubringen usw., was sie angeblich jetzt so dringend tun wollen, vielleicht mit Friedrich Merz und Dorothee Bär. Nein, danke.
Die SPD will natürlich auch keinen Klimaschutz. Deswegen gehe ich ja demonstrieren!

Übrigens: Ich bin ein Gegner von Nord Stream 2.

Zu den Pandora Papers sage ich nichts. Ich möchte nur anregen, nicht mehr die possierlichen Wörter Steueroase und Steuerparadies zu verwenden, die genauso unpassend sind wie das Wort Schummelei zur Bezeichnung oder Nichtbezeichnung des bandenmäßigen Betrugs bei Volkswagen und anderen Autobauern. – In einem Leserbrief an die taz hatte ich einmal alternativ Steuerpfuhl oder mindestens Steuerversteck vorgeschlagen. Das wird sich aber kaum durchsetzen, und ich schließe eine Wette darauf ab – kein Vergleich, bloß ein weiteres Beispiel -, dass (die) Journalisten, wenn ich schon längst ins Gras gebissen haben werde, den Dreck der Rechten immer noch mit dem beschönigenden Wort „Gedankengut” ehren werden. Gegen Sprachschablonen ist eben schwer anzukommen.

PS. Glückwünsche zu meinem Namenstag nehme ich bis 24.00 Uhr entgegen. Bis jetzt hat nur Conrad Electronic gratuliert.

12 Kommentare zu „Der Jazz ist so weiß geworden“

  1. How about the Sons of Kemet? Schwarzer geht’s kaum, und einmal gab’s sogar eine Kooperation mit Kate Tempest — oder war das mit Comet Is Coming? Die haben jedenfalls auch wunderbar sphärische Musik.
    Mein persönlicher Favorit, und ich entdeckte ihn live, beim Nuejazz-Festival, wo er wirklich nicht nur den Saal, sondern für mich die ganz Stadt zum Beben brachte, ist „Beat Scientist“ Makaya McCraven.
    Da solltest Du unbedingt mal reinhören.

    1. Danke für die Tips. Ich habe als erstes Universal Beings von Makaya McCraven gecheckt, das ist mir aber zu wenig eckig, zu nah am Club.
      Sons of Kemet – diese Herrschaften sind mir völlig neu. Was ich bisher von Black to the Future gehört habe, gefällt mir. Auch da würde wahrscheinlich niemand aus dem Café rennen, wenn das aufgelegt würde, aber muss ja auch nicht 🙂 Die Songtitel sprechen mich auch an: Throughout the Madness, Stay Strong zum Beispiel … Also: Dit is juut, wa!
      Die Liste der Mitwirkenden auch nicht von Pappe: Angel Bat Dawid, Moor Mother .. Top!

  2. Alter, wenn Du gegen Clubs bist und für gesellschaftliche Spaltung in Cool und Lässig, dann ist Makaya nicht Dein Mann, right. Aber ich LIEBE den Burschen! (Richtige Clubmusik kann ich ja nicht ertragen, vielleicht deshalb.) Stimmt aber, Du musst Dir mal „Live im Broiler Room“ anhören. So klang auch das Konzert in Nürnberg. Ganz anders als die Alben. „The reeeee-aaaaal sheeeee-aaaaat“, wie Du sagen würdest.

  3. Nee, in Nürnberg waren die noch mal energetischer. Ich glaube, was sie damals gekickt hat, war die Begeisterung der Zuhörer (wir werden hier ja kulturell nicht verwöhnt), obwohl direkt nach ihnen die absoluten Shooting-Stars kamen, die Sons of Kemet, die ich damals auch überhaupt nicht kannte.
    Mr McCraven lief nach seinem Auftritt auch ganz geflasht beim CD-Stand herum. Hätte ich ihn nur um ein Autogramm angehauen!

    Also, meine Einordnungen sind scheiße, aber ich bin halt auch megatolerant, war immer schon eine Schwäche von mir.

    1. In Einordnungen ist AllMusic groß, da gibt es zwanzig Labels auf einen Streich! Aber Labels sind egal, auch in der Musik entscheidet sich blitzschnell, ob es passt oder nicht.
      Ich bin froh, dass Du nur Alter geschrieben hast und nicht Dicker, wie man es hier allenthalben von nervigen Jugendlichen sagen hört.

  4. Richtig heißt es doch „Digger“, vielleicht wäre die Ausrede, dass das hanseatisch ausgesprochen „Dicker“ heißt, aber Dave Chappelle wüsste sofort, was die Diggas sagen wollen.

    1. Wer zum Teufel ist Dave Chappelle? Der Name klingt nach Entfesselungskünstler, Las Vegas, Leuchtfladen in der Wüste.
      Im Jugendjargon kennst Du Dich vielleicht besser aus als ich, also nehme ich die Belehrung ohne Murren an, auch wenn ich heute – wie immer! – sehr auf Krawall gebürstet bin. 😉 Schnodderig artikuliert ist Dicker Digger Digga whatever aber auch nicht besser, insbesondere wenn jeder Satz und Fragesatz so anfängt und der Handlungsort ein BVG-Bus ist. (Berliner Verkehrsbetriebe, falls Du es in Deinem fränkischen Weißwurstexil vergessen haben solltest.)
      Aber mal was anderes: Ich werde niemals „sus“ sagen müssen (wie Rezo), das ist doch auch irgendwie beruhigend.

  5. Dave Chappelle aber solltest Du kennen. Er ist Träger des Mark-Twain-Preises für Humor! Ein farbiger Comedian, ungeheuer witzig. (Auch wenn das in Deutschland ja eher ein Stigma ist.)

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