Fabio Viscogliosi Françoiz Breut

Die Nacht war kurz. Meine Mitbewohnerin, nachdem sie gestern einen Test hatte machen lassen, war heute für einen Filmdreh engagiert. Das geht noch weiter die nächsten Tage. Genaueres weiß ich nicht.
Gegen 5.00 Uhr verließ sie das Haus.
Sie war leise, aber ich spürte eine große Unruhe (das Wetter schlug Kapriolen). Gegen 3.00 Uhr bin ich wachgeworden, eine Zeit, zu der nicht viel möglich ist.
Ich wünschte mir, die Radionacht würde von Aglaia Dane moderiert. Ich schaltete das Radio an.
Das war wirklich Aglaia Dane am Mikrophon.
Jetzt die Frage: Glück/Zufall? Oder hat sich dies mir vor dem Einschalten schon über den Äther mitgeteilt (Schwingungen?), oder hilft Wünschen?
Von fünf bis halb acht habe ich dann wieder geschlafen. Nicht sehr lang alles in allem, aber hinreichend.

Nächstes Mal beschreibe ich meinen Weg zur Buchhandlung zu Ende, ab Spichernstraße.

Ich suche eine Aufnahme des E. E. Cummings-Gedichts In Just- / spring, gelesen von ihm selbst. Aber gibt es überhaupt eine? – Zu finden ist seine Rezitation von Spring is like a perhaps hand, ebenfalls ein tolles Gedicht, hier.

4 Kommentare zu „Fabio Viscogliosi Françoiz Breut“

  1. Heute kam die Abrechnung für meinen „Hohlkörper“-Verkauf.
    Ein E-Book wurde abgesetzt im Zeitraum der letzten … ich hab’s mir nicht genau angeschaut. Wahrscheinlich knapp ein Jahr.
    Dafür erhalte ich 0,06 €.
    Der Verlag fordert mich in seinem standardisierten Schreiben auf: „Bitte stellen Sie uns den Betrag in Rechnung.“
    Wenn ich das tue, werden vermutlich 60,00 € Steuern fällig.
    Aber davon mal ganz abgesehen: Wie stellt man 0,06 € in Rechnung?!
    Ist das überhaupt legal?

    1. Na, dann kannst Du mich ja mal auf eine Pizza einladen! – Aber im Ernst: Hoffentlich musstest Du das Schreiben nicht ausdrucken, denn sonst hättest Du Deinen Erlös (0,06 €) bereits verprasst.
      Warum sollte es illegal sein, sechs Cent in Rechnung zu stellen? Vielleicht musst Du die Mehrwertsteuer ausweisen. Ich würde allerdings dazu neigen zu sagen, dass es den Aufwand nicht lohnt.

  2. Eigentlich wollte ich Dir schreiben, dass ich die Auffassung vertrete, dass e. e. cummings Deinen Lyrik-Begriff fundamental geprägt hat. Ich kenne mich mit Cummings nicht aus, ich bin ihm nie über den Weg gelaufen, aber ein Blick auf seine Gedichte, ein kurzer Blick in eine Beschreibung seiner poetischen Interessen und poetologischen Verfahren und Marotten zeigt mir, dass Du davon stark beeinflusst bist. Es ist eine extrem formale Herangehensweise, scheint mir.
    Vielleicht bräuchte es mal einen Essay über Deine Essayistik, die, wie ich wieder und wieder festgestellt habe, ohne dass es Dich im Mindesten beeindruckt hätte, sehr oft schöner, geistreicher und tiefgründiger erscheint als die Texte, denen Du Deine Untersuchungen widmest.
    Ich will damit sagen, dass Deine Essays eine eigene Gattung von Kunst darstellen, von Wortkunst, eigentlich ja auch Poesie, der wahre Geist der Poesie, Poesie als noble Seele, als schöne Geste, oder auch als schöne Seele und noble Geste.
    In letzter Zeit ist mir genau dieser emotionale, philosophische Glutkern des ganzen mit Worten um sich Schmeißens abhanden gekommen. Der romantische Grundgestus, der mich immer getragen hat, ist weggebrochen. Wahrscheinlich gibt es einfach zu viel Realismuszwang in meinem Leben. Wenn ich mich da romantisch verhalten wollte, spränge ich aus dem Fenster, und das kann ich, und hier lauert dann halt doch wieder der Romantiker allen auf, die einen Realisten in mir sehen wollen, das kann ich einfach im Augenblick nicht tun, dafür trage ich zu viel Verantwortung, dafür habe ich mich zu tief eingelassen auf das Experiment des ordinary life.
    Übrigens eine unglaublich brutale und oftmals trostlose Erfahrung.
    Nachher kommt z. B. eine Investorin vorbei, gestern Abend wurden wir davon per Telefonanruf überraschend unterrichtet, die gern unsere Wohnung besichtigen möchte zwecks eventueller Übernahme. Eine feindliche Übernahme? Wir stehen ja eh im anderen Lager, dort, wo die armen Schlucker wegen des Weltlaufs schlucken, aber wenn ein Haus verkauft wird, dann sorgt das im Jahrhundert der Rechtsverdreher ja immer für ein Beben.
    Wo wäre da jetzt der Ansatz für Poesie? Das wäre vielleicht eine Graphic Novel, oder? Aber schon die Vorstellung, daraus ein Langgedicht zu machen, Du weißt schon, ein Epos in Versen, diese Gattung ist ja langsam wieder in, wo man’s sich von Spotify vorlesen lassen kann, aber im Grunde ist das eine Genreverfehlung, glaube ich, meine ich, finde ich.
    Langgedichte, das ist wie Graphic Novels, das ist Getue, Ziererei. Nach meinem Gefühl. Wie Hexameter auf den Bühnen irgendwo in Südtirol.
    Irgendwas stimmt da für mich nicht.
    Man müsste einen Comic machen über die Werbeagenturenwelt. Einen Comic! Und wer kann das machen, wenn nicht Deine

    Unterzeichneten?

    1. Liebe Ringls und Matzens, einen Comic zeichnen ist doch eine prima Idee! Meinetwegen auch einen Comic über die Werbeagenturenwelt. Alleweil besser als aus dem Fenster zu springen, gleichviel ob als realistische oder romantische Geste gemeint.
      Ich schätze, für einen erbaulichen Comic darüber, wie das Leben aussähe, würden wir blöden Menschen endlich vernünftig, mit allen positiven Implikationen für die gebeutelte Erde (als nächstes soll Grönland ausgebeutet werden – etwas anderes ist uns nie eingefallen als: die Erde ausbeuten auf Teufel komm raus … und der kommt dann auch raus, darauf können wir wetten!) … – für das Positive seid ihr vermutlich nicht zu haben. Schade! Wo bleibt da die Subversion? (Eine positive Dystopie, das wäre kühn! Na?)

      Über den Einfluss E. E. Cummings‘ auf mein Lyrikverständnis habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, aber klar, er hat einen Maßstab geliefert. Seine formalen Innovationen sind (in ihrer Kombination) stark: die Enjambements, die vielen runden sich öffnenden und schließenden Klammern, die Kleinschreibung, die Stellung der Worte im Vers – das Zusammengehörige oft weit auseinander -, das ist eine Modernität, die immer von neuem aufregend ist.
      Aber die lateinischen Dichter haben, meine ich, auch die Kleinschreibung verwendet, und auch die Wortfolge war bei ihnen recht frei.
      Thematisch ist E. E. Cummings wiederum gar kein Ultramodernist: Frühlingsgedichte, Liebesgedichte … Und hinsichtlich seiner Anschauungen … seine Übersetzerin Eva Hesse hat sich sehr darüber aufgeregt.
      Aber stimmt: Die formale Seite von Texten bedeutet mir viel.
      Essays schreibe ich aber keine, soweit ich weiß. Das muss auch keiner untersuchen (wie kann ich hier ein ‚pray‘-Emoji einbauen?). Ich geb mir Mühe, okay, aber ich seh die Dinger als Gebrauchssachen – Gebrauchssachen, die nicht gleich kaputtgehen, will ich hoffen. (Wir haben uns schon einmal darüber unterhalten.)
      Gott sei Dank muss ich keine Karriere damit bauen.
      Meine Beschäftigung mit Gedichten ist zwecklos – wirklich ein Luxus!
      Langgedichte – das ist jetzt wieder ein anderes Fass, lass ich heute zu. Die Akzente/Walter Höllerer haben lang und breit darüber diskutiert.
      Wenn ein Langgedicht dran ist – warum nicht?

      Eine Investorin, hm, nicht schön.
      In Berlin wird ja immer behauptet, es mangele an Wohnraum, was so gar nicht stimmt. Es gibt einen bemerkenswerten Prozentsatz an Spekulationsleerstand. Ich würde mir wünschen, diese Raffzähne würden enteignet und ihr Spekulationseigentum dem ursprünglichen Zweck von Wohnraum zugeführt, nämlich Leute darin wohnen zu lassen. Die Berliner Politik ist hier meines Wissens aber noch nicht tätig geworden (möglicherweise müsste sie gegen sich selbst ermitteln?).

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