Binnen eines Tages

I-wet-te, meldete sie sich am Telefon, meine Friseurin Yvette aus Moabit. Gerade war die Öffnung der Friseursalons ab dem 1. März beschlossen worden und sie rief ihre „Stammis” an, damit die alle einen Termin bekämen. Ich hoffe, sie darf nun wieder regulär öffnen. Denn über das Detail, dass der Inzidenzwert von 35 außer Reichweite scheint (von 0 ganz zu schweigen), darf man nicht übersehen, dass auch der Inzidenzwert von 50 in kaum einem Bundesland erreicht wird. In Berlin liegt er jetzt bei 66.3 %, im Brandenburger Landkreis Potsdam-Mittelmark bei 47.6 %, mit der Einschränkung: „Aufgrund einer Anpassung der Meldesysteme weichen derzeit die veröffentlichten Zahlen des LAVG von denen des Robert-Koch-Institutes (RKI) ab. Maßgeblich für das Agieren der Landesregierung und der Landkreise bzw. kreisfreien Städte sind jedoch die vom LAVG veröffentlichten Daten.” (Potsdamer Neueste Nachrichten)
Ob die veröffentlichten Zahlen nach oben oder nach unten hin abweichen, hätte man natürlich auch gern gewusst.

LAVG = Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit.
Die Reihenfolge lässt argwöhnen, dass die Gesundheit nicht als absolut, sondern nur als relativ wertvoll betrachtet wird, nämlich insofern als die Gesunden arbeiten und konsumieren können, die Kranken aber nicht, oder nur eingeschränkt.
Hinsichtlich der Inzidenzwerte wird immer betont, ab der Zahl 50 oder 35 seien die Gesundheitsämter in der Lage, Ansteckungsfälle zurückzuverfolgen, und die Krankenhäuser würden nicht überlastet. Auch hier geht es also nur nachgeordnet um die Gesundheit (der Arbeiter und Verbraucher) und vorrangig darum, das System kaputtgesparter Ämter und auf Rendite getrimmter Krankenhäuser auf diesem desolaten Niveau zu konservieren. Das ist doch sehr enttäuschend.
Richtig wäre es, Krankenhäuser nicht als wirtschaftliche, sondern als soziale Betriebe zu definieren und zu führen, gute Löhne zu zahlen, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und Gesundheitsämter finanziell und personell gut auszustatten. Für Beides muss (müsste) der Staat Geld bereitstellen.

Ich dachte, nur Joanna Newsom verwende Blockflöten, aber nein, auch für Cate Le Bon (nicht mit dem Duran Duran-Sänger Simon Le Bon verwandt) scheint dies zuzutreffen, wenn ich mir den Song Here It Comes Again aus ihrer gleichnamigen EP (2019, zusammen mit dem Duo Group Listening und dem Sänger Ed Dowie) anhöre.
Cate Le Bon ist nie langweilig. Bedauerlicherweise verbietet sie es sich, bei Auftritten zu lächeln. Aber wenn das die Bedingung dafür ist, dass sie auftritt, ist es mir recht.

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