Weißer Tee

Auf der Straße war der Schnee vereist. Ich sah das Nachbarskind mit einem Hammer vorsichtig zuschlagen.
Eispfützenforschung, unter dem harten Auge der Krähe.
Mit dem Neuschnee war es schnell wieder vorbei, aber es ist ja schön, dass der alte an vielen Stellen liegengeblieben und nicht abgeschmolzen ist.
Ich erinnere mich, dass es in meiner Kindheit Winter gab, in denen man im Schnee waten konnte. – Auch wenn diese Winter vorbei zu sein scheinen: Ich habe es in den vergangenen Tagen genossen, das Knautschen oder Knacken wiederzuhören, das beim Gehen über Eis und Schnee entsteht. Ja, das ist ein schönes, menschenfreundliches Geräusch, so wie das Rascheln, wenn man durchs Laub schuffelt, das Rieseln von Birken bei leichtem Wind.
Sicher gibt es Leute, die unter Schnee leiden, meine griechische Arbeitskollegin hasst Schnee sogar, aber für mich … von mir aus könnte es den ganzen Winter über Schnee geben, und im Herbst dicken Nebel!

„Die grelle Helle des Bewusstseins dämpfen” lief als Laufschrift über den Monitor meines Profs, damals in Köln.

Kein Neuschnee also, aber wenn ein Vogel über die Dachrinne lief, rieselte es fein herab und die Schneekristalle schienen kurz in der Sonne auf wie ein Mückenschwarm oder ein verborgenes Spinnennetz, wenn ein Finger Licht es trifft. [Ich habe überlegt, dass dies wahrscheinlich Kitsch ist … Na, und wenn schon. Außerdem, in der Weihnachtszeit ist Kitsch erlaubt, und Mariä Lichtmess ist ja erst morgen.]
Im Garten verschiedenfarbige Weißtönungen, aber dann auch das Amselchen mit seinem gelborangen Schnabel: saß da artig auf der Stufe – eine indirekte Aufforderung, Rosinen nachzustreuen? Davon hat der weiße Mensch ja offenbar viele auf Lager, liegen jedenfalls immer welche parat, nah bei dem Nadelbaum, dessen Namen ich nicht kenne, von dem aus die Meisen zum Vogelhaus starten. Da gab’s auch ein Huschen, nur im trockenen Rascheln der momentlang verwirbelten Blätter erahnbar. Könnte ein Mäuschen sein.

Ich habe mich an einem Übersetzungswettbewerb beteiligt. Der Freund, den ich um Korrekturlesen gebeten hatte, überraschte mich auf halbem Wege mit der Mitteilung:
Lieber Meinolf,
ich fürchte, jetzt werden wir Konkurrenten im edlen Wettstreit: Gestern nacht kam mir die Idee, selber den Handschuh in den Ring zu werfen […].

Gestern war auch die Meldefrist für die VG Wort, bei der ich mich im vergangenen Jahr angemeldet hatte, um einen kleinen Ertrag aus meinen ertragslosen Arbeiten zu gewinnen.

Wann geht eigentlich kookbooks wieder online? [shaking my head]

Wie auch künftig an jedem ersten Montag im Monat, habe ich heute frei. Das hatte ich mir ja gewünscht: mehr Zeit zum Spielen zu haben, und ich bin zufrieden mit mir, dass ich dies so effektiv in die Tat umsetzen konnte.

Die Firma hatte uns ein Paket geschickt, darin waren unter anderem ein Gameboy (kann da jemand was mit anfangen?), ein Hoodie und eine Packung mit Teekugeln („Erblüh-Tee”).
Eine Kanne Weißer Tee ist an einem frostigen Tag genau das richtige! Irgendwann im Laufe des Jahres darf ich hoffentlich auch wieder ins DaBangg, Maulbeerblütentee trinken.

Glossar
schuffeln = h. intrans. mit »haben«, -ef- drübergleiten, nicht tief pflügen, vom Pfluge Monsch-Rollesbr; -uf- mit »sein«, ohne gehöriges Schuhwerk gehen, schluffen Monsch-Stdt; heropsch. Mörs-Rheinbg. — Abl.: die Schuffel(er)ei, dat Geschuffel(s). – Rheinisches Wörterbuch

5 Kommentare zu „Weißer Tee“

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