Weihnachten heißt erst einmal: nicht arbeiten müssen

Also für mich heißt es das jedenfalls. Und die, die doch arbeiten müssen, sind vielleicht nicht unglücklich darüber. Ein normaler Arbeitstag im Vergleich zu Weihnachten mit seinen Verpflichtungen und Ritualen (und Erwartungen) kann entspannend sein, stelle ich mir vor. Ich bin dennoch froh, nicht raus zu müssen, von letzten Einkäufen abgesehen (gemahlener Anis, Zartbitterschokolade, Backoblaten).
Aus niederrheinischer Richtung kamen zwei Postsendungen – ein großer Pappbriefumschlag, ein Päckchen -, die ich Montag unter der kleinen, weitgehend ungeschmückten Tanne drapieren werde. Bereits im November war ein Tee-Adventskalender eingetroffen, der jeden Tag für Abwechslung sorgt und nebenbei eine üppige Quelle für Lesezeichen ist. Herzlichen Dank der guten Spenderin!
In bescheidenem Umfang habe ich mich vorab auch selbst beschenkt, zum Beispiel mit der Audiodatei von Marion Browns Sweet Earth Flying, siehe unten (bei iTunes). Ansonsten freue ich mich an Musik und Büchern, die sowieso vorhanden sind. So Gott will, werde ich auch einmal zwei, drei Tage allein sein, ein sehr seltener Luxus.

Ich zehre noch von dem Dokumentarfilm über die beiden Gründer und Betreiber des Blue Note Labels, Alfred Lion und Francis Wolff („It must schwing!“). Es war mir nicht klar gewesen, dass sie so bedeutend für die Bürgerrechtsbewegung waren (nicht überraschend eigentlich), und dass Wolff ein großer Schweiger und extrem zurückhaltender Mensch war, hatte ich auch nicht gewusst: Die Frau, die weinend an seinem Grab stand, hatte sein Jugendfreund Lion vorher noch nie gesehen. Hängen geblieben ist auch das Detail, dass Lion und Wolff von Anfang bis Ende der Aufnahmesessions im Studio anwesend waren, mit Rudy van Gelder, dem Tonmeister. Diese konzentrierte Hingabe an eine Sache ist mir sympathisch.

Sonst habe ich noch mitzuteilen, dass ich die Fördermitgliedschaft in dem Aachener Verein Pacific Garbage Screening beantragt habe (https://www.pacific-garbage-screening.de/), nachdem ich hier darüber gelesen hatte: https://www.jetzt.de/umwelt/plastic-garbage-screening-soll-weltmeere-und-fluesse-von-plastik-befreien
Ein lohnenswertes und dringliches Vorhaben.
Die Politik tut ja immer so, als bliebe Zeit zum Handeln. Ich brauche nur zu hören: bis 2030, da schüttele ich schon den Kopf (wie auch bei dem Wort „Selbstverpflichtung der Industrie“).
Unser Lebensstil ist gestrig. Alle spüren das; um so weniger ist das Geriatrische der Politik auszuhalten. Wenn ein Bus mit vierzig Fahrgästen warten muss, bis vierzig Autos mit je einem Fahrgast vorbeigefahren sind, dann stimmt etwas nicht.
Die Menschen müssen sich zurückziehen, dann wird’s vielleicht noch was mit der Welt.

5 Kommentare zu „Weihnachten heißt erst einmal: nicht arbeiten müssen“

  1. Kreisch! Ich habe keinen gemahlenen Anis gefunden! Na denn, dann gibt’s nur Schokoladenmakronen und Husarenkrapferl, und Anisplätzchen später, vielleicht zum russischen Weihnachtsfest am 6. Januar.

  2. Es kam, letzte Tage schon, eine automatisierte E-Mail mit dem Betreff „Pacific Garbage Screening // Flaschenpost erhalten!“, der zu entnehmen war, dass es viele Anfragen gibt und die Bearbeitung des Mitgliedsantrags daher einige Zeit brauchen wird. Das höre ich gern!

  3. PS. Anisplätzchen
    Mir ist geraten worden, ins Kaufhaus des Westens zu gehen, dort würde ich Anis sicher bekommen, und nicht einmal schrecklich viel mehr bezahlen müssen als anderswo.

  4. Reaktionen, die sofort kommen, sind mir nicht lieb. Mitteilungen darüber, dass dies und das „einige Zeit brauchen wird“, schrecken mich weniger. Dass einer seine Aufmerksamkeit auf einen vielleicht passenderen Tag verlegt, finde ich verständlich. Für den unverhofft vorgefundenen Anis dankt Dein Räuber

  5. Ja, ja, gut Ding will Weile! – 4 Uhr ist Schlafenszeit, für rechtschaffene Leute! Vielleicht liegt eine Verwechslung vor? Die Silvesternacht ist die vom 31.12. auf den 1.1., nicht die vom 30.12. auf den 31.12. … So oder so, ich persönlich lag da schon zwei Stunden im Schlummer; heute werde ich es ähnlich halten.

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